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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > Saudi-Arabien

Einstiegspläne seit 2006

KING FAHD ROAD FEB1

Riad (Saudi-Arabien)

Saudi-Arabien ist seit 1962 Mitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO).[1]

Nachdem Saudi-Arabien, so berichtet die World Nuclear Association (WNA), zusammen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und anderen Golfstaaten 2006 eine Studie zur Nutzung der Atomkraft angekündigt hatten, wurde 2007 eine Machbarkeitsstudie in Zusammenarbeit mit der IAEO aufgesetzt.[2] Die Staaten des Golfkooperationsrates planten, mit Hilfe Russlands in die Atomkraft einzusteigen.[3]

Im Juni 2011 kündigte das Königreich an, 16 Reaktoren bis 2030 bauen zu wollen. Diese sollen nicht nur zur Energieerzeugung, sondern auch zur Meerwasserentsalzung eingesetzt werden.[4]

Im Oktober 2012 ließ Saudi-Arabien hingegen verlauten, langfristig und zu 100 % einen Umstieg auf erneuerbare Energien zu planen.[5] Bis 2020 solle eine Kapazität von 24 GW an erneuerbaren Energien verfügbar sein, bis 2032 von 50 GW. Bei Bedarf könne Strom auch nach Spanien oder Italien exportiert werden.[2]

Kooperationen und Atomenergieprogramm

Im Februar 2013 jedoch schloss Saudi-Arabien, das erdölreichste Land der Welt, eine Kooperation mit Japan. Mit dessen Hilfe sollen die 2011 geplanten 16 Reaktoren bis 2030 gebaut werden, um die Ölreserven für den Export einsparen und dennoch mehr Strom produzieren zu können. Wahrscheinlich erhofft sich Japan im Gegenzug ein Entgegenkommen bei den Konditionen für saudisches Erdöl, das 2013 31 % der japanischen Importe ausmachte.[6] Im Juli 2013 schloss Saudi-Arabien eine ähnliche Kooperation mit Frankreich ab.[7] Im September 2013 wurden als mögliche Standorte für Reaktoren Jubail am Golf sowie Tabuk und Jizan am Roten Meer genannt.[2]

Der arabische Staat schloss außerdem weitere Kooperationsverträge zur Atomkraft mit diversen Staaten ab, darunter zuletzt im Juni 2015 mit Russland.[8]

Saudi-Arabien plant laut IAEO den Bau eines Forschungsreaktors mit der Bezeichnung RR-1 und 30 KW Leistung bei der Hauptstadt Riad.[9]

Am 1. November 2017 startete Saudi-Arabien einen Ausschreibungsprozess zum Bau von Atomkraftwerken, an dem Anbieter aus Südkorea, China, Japan, Russland, Frankreich und den USA beteiligt wurden. 2018 soll der Auftrag für zwei AKW vergeben werden. "2032 will das Königreich in der Lage sein, bis zu 17,6 Gigawatt Atomstrom zu produzieren."[10]

Am 13. März 2018 beschloss das Kabinett ein nationales Atomenergieprogramm und die Gründung einer nuklearen Aufsichtsbehörde.[11]

(Letzte Änderung: 18.03.2018)

Einzelnachweise

  1. IAEO: Member States abgerufen am 11. März 2016
  2. 2,0 2,1 2,2 WNA: Nuclear Power in Saudi Arabia abgerufen am 7. Januar 2013
  3. Der Tagesspiegel: Golfstaaten wollen Kernenergie – mit Moskaus Hilfe vom 15. Februar 2007
  4. RP Online: Atomkraft soll auch Meerwasser entsalzen: Saudi-Arabien plant Bau von 16 AKW vom 1. Juni 2011
  5. theguardian: Saudi Arabia reveals plans to be powered entirely by renewable energy vom 19. Oktober 2012
  6. asienspiegel.ch: Japanische AKW für den Ölstaat vom 11. Februar 2013
  7. nuklearforum.ch: Nukleare Kooperation zwischen Saudi-Arabien und Frankreich vom 22. Juli 2013
  8. Reuters: Saudi Arabia, Russia sign nuclear power cooperation deal vom 19. Juni 2015
  9. IAEO: Research Reactors/Countries: Saudi-Arabia abgerufen am 4. April 2014
  10. derStandard: Saudi-Arabien malt Atomwettlauf mit Iran an die Wand vom 2. November 2017
  11. nuklearforum.ch: Saudi-Arabien plant den Kernenergieeinstieg vom 15. März 2018