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Die Energiewende > Solarenergie

Steigende Produktion

Dach des Gästehauses Freiherr vom Stein - Solarthermie und Photovoltaik.jpg

Der Anteil der Solarenergie an der Bruttostromerzeugung in Deutschland, der von 3,2 % im Jahr 2011 auf 4,2 % im Jahr 2012 angestiegen war, lag 2013 bei 4,8 %.[1]

Im Mai 2012 gab das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) bekannt, dass Deutschland an sonnigen Tagen so viel Solarenergie wie 20 Atomkraftwerke erzeugt.[2]

Im Herbst 2013 war Solarstrom mit 10,9 ct pro Kilowattstunde in Mitteleuropa zum ersten Mal günstiger als Strom aus neuen Atomkraftwerken.[3] Nimmt man laut "Frankfurter Rundschau" den Strompreis des Atom-Neubauprojekts Hinkley Point in Großbritannien als Maßstab, bei dem zum ersten Mal eine öffentliche Preiskalkulation stattfand, war Solarenergie auch 2014 günstiger als Atomenergie[4]

Nach Berechnungen des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE steigerten Solarenergieanlagen ihre Energieproduktion im ersten Halbjahr 2014 um 28 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum.[5]

Zentrale Interessensvertretung der Branche ist der Bundesverband Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar), der 2006 gegründet wurde und dem rund 1.000 Solarunternehmen angehören.[6]Bundesverband Solarwirtschaft (Homepage)

EEG-Novelle 2014

Bereits im September 2011 hatte die Bundesregierung eine Kürzung der Förderung für Solaranlagen angekündigt. Der Ausbau der Solaranlagen sei "technisch und finanziell nicht mehr verkraftbar".[7] Am 26. Juni 2012 einigten sich Bundesregierung und Länder auf einen Kompromiss. Die Kürzungen sollten weniger drastisch ausfallen, als ursprünglich geplant.[8]

Ärger um EEG-Gesetz03:41

Ärger um EEG-Gesetz

hr fernsehen, veröffentlicht auf YouTube am 16. August 2014

2014 plante die Bundesregierung, dass Betreiber neuer Solarstromanlagen mit einer Leistung von über zehn Kilowatt Peak (kWp) auf ihren selbst genutzten Strom eine EEG-Umlage von 3,1 Cent pro Kilowatt zahlen sollten, was Widerstände in der Branche auslöste. Diese Maßnahmen würden den Mittelstand belasten und "die alte Marktmacht der Stromkonzerne" wieder stärken.[9]

In der EEG-Novelle vom August 2014 wurde schließlich folgende Regelung für Eigenversorger von Strom beschlossen, die auch Solarenergie betrifft. "Für alle neuen Eigenversorger mit Strom gilt demnach, dass sie bis Ende 2015 zunächst 30 Prozent, bis Ende 2016 dann 35 Prozent und ab 2017 schließlich 40 Prozent der regulären EEG-Umlage zahlen. Kleinere Anlagen sind nicht betroffen. Für bereits bestehende Anlagen gilt Bestandsschutz, so dass für sie weiter keine EEG-Umlage fällig wird." Ökostromanbieter mit großen Anlagen dürfen ihren Strom künftig nicht mehr zu einem Festpreis an örtliche Versorger verkaufen, sondern sind zur Direktvermarktung verpflichtet.[10][11]

Aus Forschung und Entwicklung

  • Im September 2014 stellten Forscher um Michael Grätzel von der Ecole Polytechnique Fédérale in Lausanne (EPFL) neue Solarzellen vor, mit denen sich Wasserstoff erzeugen lässt. Die sogenannten Perowskitzellen erreichen einen vergleichsweise hohen Wirkungsgrad von 12,3 %.[12] Für die neuen Zellen werden Nickel und Eisen verwendet. Eine Erhöhung des Wirkungsgrad der als "künstliche Photosynthese" bezeichneten Technik auf 20 % wird für möglich gehalten.[13]
  • Am 11. Juli 2014 nahm das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) den größten deutsche Solar-Speicher-Park in Betrieb, in dem Solarzellen, Batterien und Wechselrichter zusammenarbeiten. Sonnenstrom soll so gespeichert und jederzeit verfügbar gemacht werden.[14]
  • Im Mai 2014 berichtete der "Spiegel" von neuen Fallwindkraftwerken, in den Solarenergie auch bei Dunkelheit genutzt werden können. "Sogenannte Fallwindkraftwerke nutzen die Tatsache, dass heiße Luft beim Abkühlen schwerer wird, weil ihre Dichte steigt. Ein Fallwindkraftwerk besteht aus einem hohen Turm, an dessen Spitze Wasser versprüht wird. Beim Verdunsten entzieht das Wasser der Luft Wärme. Die mit rund 80 km/h nach unten sinkende Luft treibt Turbinen am Boden an. Ein solches Kraftwerk will die Firma Solar Wind Energy Ltd. bis zum Jahr 2018 in San Luis im US-Staat Arizona errichten."[15]
  • Ein deutsches Unternehmen baut, wie im Februar 2014 bekannt wurde, Solarkollektoren in Kugelform, die die Lichtstrahlen bündeln und bis zu 20.000fach höher als üblich konzentrieren. Damit könne sogar mit Mondlicht Energie erzeugt werden.[16]
  • In der Mojave-Wüste nahe Las Vegas (USA) ist im Februar 2014 das größte Sonnenkraftwerk der Welt, Ivanpah, in Betrieb gegangen, ein solarthermisches Kraftwerk. mit einer Leistung von 392 MW, dessen 3.000 Spiegel das Sonnenlicht auf drei Türme fokusiert. Das Kraftwerk kann 140.000 Haushalte mit Energie versorgen.[17]
  • Im September 2012 wurde berichtet, dass die Photovoltaik-Industrie an Modulen arbeitet, die mit speziellen Linsen ausgerüstet sind und das Sonnenlicht so konzentrieren, dass sich die Energieausbeute verdoppelt. "Mit der CPV-Technologie (Concentrated Photovoltaics) erzielen Wissenschaftler heute im Labor bereits Wirkungsgrade von 40 Prozent und mehr. Bei fabrikgefertigten CPV-Modulen sind es immerhin noch 30 Prozent. Ein enorm hoher Wert - die handelsüblichen Siliziummodule kommen gerade einmal auf die Hälfte." Die Serienproduktion hat begonnen.[18]
  • Die "FAZ" schrieb im Juni 2012, Schweizer Forscher hätten eine günstige und nachhaltige Variante für Farbstoffsolarzellen erfunden, die nach Vorbild der Photosynthese Strom erzeugen sollen. Problem ist noch der niedrige Wirkungsgrad. "Die Vision (...) ist die Symbiose von Photovoltaik und Beleuchtungstechnik etwa in intelligenten Vorhängen. Die Vorhänge würden tagsüber Sonnenenergie speichern und nachts das Zimmer beleuchten."[19]
  • Im April 2012 wurde bekannt, dass preiswerte Solarzellen bald einen Wirkungsgrad von 40 % erzielen könnten: "Mit der Unterstützung des Australian Solar Institute hat Tim Schmidt, Professor an der Fakultät für Chemie, University of Sydney, zusammen mit dem Hemholtz Zentrum [sic] Berlin für Materialien und Energie eine photochemische Hochkonversion entwickelt. Diese ermöglicht die Umwandlung von Energie, die in Solarzellen normalerweise verloren geht."[20]
  • Die Forschung arbeitet, so berichtete die "Zeit" im Dezember 2011, an neuen Solarzellen für die Erzeugung von Solarstrom, z. B. für Autodächer, für Fassaden und Dächer öffentlicher Gebäude oder Fabrikhallen, deren Stahldächer beschichtet werden könnten. "Die Solarifizierung der Welt hat gerade erst begonnen, und wenn nicht alles täuscht, wird die Photovoltaik bald allgegenwärtig sein."[21]
  • Nach einer Meldung vom Oktober 2011 haben deutsche Forscher ein Solarkraftwerk entwickelt, das auch in der Nacht arbeitet: Es produziert zwar keinen Strom, regelt aber die Spannung in Netzen.[22]

Desertec

Die Initiative Desertec sieht die Gewinnung von Solarstrom in Nordafrika mit Hilfe von Geothermie-Kraftwerken vor.

2011 war ein erstes Projekt für ein Kraftwerk in Marokko angelaufen, mit dem ab 2015 Strom produziert werden und dem weitere Pilotprojekte in Tunesien und Algerien folgen sollten. Bis 2050 wollte man 15 % des europäischen Strombedarfs decken, in den Wüstenländern bis zu 100 %.[23]

Desertec stand jedoch unter keinem guten Stern. Da ein Preisverfall bei Photovoltaikanlagen eingesetzt hatte, wurde 2012 gemeldet, dass die unter Desertec geplante solarthermische Stromerzeugung im Vergleich zu teuer werde. Die Finanzierung des Referenzprojekts war darüber hinaus nicht gesichert.[24]

Nach Siemens im Jahre 2012[25] kündigte auch E.ON im April 2014 seinen Ausstieg aus dem Desertec-Projekt an.[26]

Im Oktober 2014 stand Desertec vor dem Aus. Die restlichen 35 Konzerne konnten sich nicht auf ein gemeinsames Zukunftskonzept einigen.[27] Fast alle Gesellschaften sind aus dem Projekt ausgestiegen. Laut der Desertec Industrial Initiative (DII) sollen jedoch 70 Projekte umgesetzt oder begonnen worden sein. "Das Projektvolumen im laufenden Jahr betrage drei Gigawatt, bis 2020 werde es auf 35 Gigawatt zulegen."[28]

Im November 2015 wurde bekannt, dass RWE zusammen mit zwei anderen Konzernen die Desertec-Initiative neu beleben möchte; Entsprechendes kündigte RWE-Chef Terium in Dubai an.[29]

(Letzte Änderung: 09.05.2017)

Einzelnachweise

  1. destatis.de: Bruttostromerzeugung in Deutschland für 2011 bis 2013 abgerufen am 20. August 2014
  2. FTD.de: Sonne so stark wie 20 Atomkraftwerke vom 26. Mai 2012 (via WayBack)
  3. manager magazin: Solarstrom billiger als Atom - Das blaue Wunder vom 9. August 2013
  4. FR Online: Sonne schlägt Atom vom 5. Mai 2014
  5. Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE: Stromerzeugung aus Solar - und Windenergie im Jahr 2014 vom 18. August 2014
  6. Bundesverband Solarwirtschaft: Über uns abgerufen am vom 21. August 2014
  7. Focus Online: Schwarz-Gelb will Solarförderung drastisch kürzen vom 13. November 2011
  8. n-tv.de: Bund und Länder einigen sich - Solarförderung wird gekürzt vom 26. Juni 2012
  9. Haller Kreisblatt: Wie eine Steuer auf Gemüse aus dem Garten vom 11. Juni 2014 (via WayBack)
  10. n-tv.de: Beschluss des Bundestags - Das sind die Eckpunkte der EEG-Reform vom 27. Juni 2014
  11. tagesschau.de: Neues EEG tritt in Kraft - Was ändert sich beim Ökostrom? vom 1. August 2014 (via WayBack)
  12. Süddeutsche.de: Neue Solarzellen zur Wasserstoffgewinnung vom 26. September 2014
  13. Spiegel Online: Solarenergie: Billig-Zelle verwandelt Licht in Wasserstoff vom 27. September 2014
  14. KIT: Größter deutscher Solar-Speicher-Park vom 11. Juli 2014
  15. Spiegel Online: Fallwindkraftwerke in den USA: Strom aus Luft vom 6. Mai 2014
  16. Welt Online: Deutscher erzeugt mit Glaskugel Strom aus Mondlicht vom 20. Februar 2014
  17. Spiegel Online: Kalifornien: Weltgrößtes Solarkraftwerk hat Betrieb aufgenommen vom 15. Februar 2014
  18. Spiegel Online: Das Solar-Sandwich vom 30. September 2012
  19. FAZ.net: Günstige Farbe für Solarzellen vom 21. Juni 2012
  20. energie-experten.org: Photochemische Hochkonversion könnte Wirkungsgrad von Solarzellen auf 40 Prozent steigern vom 22. April 2012
  21. Zeit Online: Die Solarifizierung der Welt vom 14. Dezember 2011
  22. Spiegel Online: Sonnenkraftwerk arbeitet im Dunkeln vom 13. Oktober 2011
  23. FAZ.net: Strom für Europa aus der Wüste Marokkos vom 3. November 2011
  24. Zeit Online: Wüstenstrom, eine Fata-Morgana? vom 27. April 2012
  25. Zeit Online: Erste Staaten forcieren Wüstenstromprojekt Desertec vom 31. Oktober 2012
  26. Süddeutsche.de: Ökostromprojekt Desertec - Eon will raus aus der Wüste vom 11. April 2014
  27. Spiegel Online: Streit um Finanzierung: Wüstenstrom-Projekt vor dem Aus vom 8. Oktober 2014
  28. n-tv.de: Scheitern der Wüstenträume - Konzerne beerdigen Desertec vom 14. Oktober 2014
  29. Welt Online: Warum Desertec für RWE doch noch ein Erfolg ist vom 3. November 2015

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