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Atomkraftwerke Plag

Thomauske, Bruno

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Die Lobbyisten > Thomauske, Bruno

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Bruno Thomauske

Bruno Thomauske, ein promovierter Physiker, hatte 1983 bis 2003 im Rahmen seiner Tätigkeit für das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) die Endlagerprojekte Gorleben, Konrad und Morsleben betreut. Von 2003 bis 2007 leitete er beim Energiekonzern Vattenfall die Kernkraftsparte mit den Atomkraftwerken Krümmel (Schleswig-Holstein) und Brunsbüttel (Schleswig-Holstein). 2008 bis Februar 2015 war er Professor an der RWTH Aachen und Direktor am Forschungszentrum Jülich, beides im Bereich der Atomenergie.[1] Thomauske ist zudem Mitglied im Präsidium des Deutschen Atomforums, der wichtigsten deutschen Atomlobbyorganisation.[2]

Im August 2010 wurde bekannt, dass ausgerechnet der Atommanager Thomauske die Sicherheitsanalyse für das potenzielle Endlager Gorleben liefern solle. Das Umweltministerium begründet die Beauftragung damit, dass der Kreis der Experten dafür klein sein und man nicht auf ihn verzichten könne. "Befürchtungen und Einwände habe er stets als "unbegründet" vom Tisch gewischt, erinnern sich Umweltschützer. (...) Als Thomauske 2003 zu dem schwedischen Staatskonzern Vattenfall wechselte, wurde ihm vorgeworfen, er habe schon vorher dort unter Vertrag gestanden und Insiderwissen des BfS an den Konzern weitergegeben. Das wurde ihm jedoch nie eindeutig nachgewiesen." Thomauske hatte Vattenfall wegen des Transformatorbrandes im AKW Krümmel 2007 verlassen müssen.[3]

Die "Süddeutsche Zeitung" wies im August 2011 auf Thomauskes Voreingenommenheit für Gorleben als Endlager und sein wirtschaftliches Interesse hin. So sei für Thomauske Gorleben immer erste Wahl gewesen, die Vorteile des Salzes seien seiner Meinung nach "bis heute unwiderlegt". Er spielte eine entscheidende Rolle bei der Sicherheitsbewertung von Gorleben, denn einer der Unterauftragnehmer dafür war die international nuclear safety GmbH (nse), deren alleiniger Gesellschafter Thomauske ist. An sein Unternehmen ergingen Aufträge in Höhe von 800.000 Euro.[4]

Abgesehen von diesem "Atomfilz beim Endlager Gorleben", wie es der "Stern" titulierte, wird für Thomauskes Unterhalt auch von anderer Seite bestens gesorgt: "Heute hat er einen Lehrstuhl an der Technischen Hochschule Aachen, der vom Energiekonzern RWE gefördert wird."[5]

→ AtomkraftwerkePlag: Bruno Thomauske, die RWTH Aachen und das Gorleben-Gutachten

2014 wurde Bruno Thomauske in die Kommission "Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe" berufen ("Endlagerkommission"), die die Standortauswahl für ein neues Endlager vorbereiten soll.[6]

Weitere Quellen

→ Wikipedia: Bruno Thomauske
→ bfs.de: Auswahlverfahren für Endlagerstandorte vom Dezember 2002 (via WayBack)
→ Deutscher Bundestag: Vergabeverfahren der Vorläufigen Sicherheitsanalyse Gorleben 17. Wahlperiode, vom November 2011

(Letzte Änderung: 28.09.2015)

Einzelnachweise

  1. AINT: Univ.-Prof. em. Dr. rer. nat. Bruno Thomauske abgerufen am 28. September 2014
  2. kernenergie.de Präsidium DAtF abgerufen am 13. September 2013
  3. Tagesspiegel: Sicherheitsanalyse für Gorleben - Aus Mangel an Experten vom 5. August 2010
  4. Süddeutsche.de: Suche nach Atom-Endlager - Unterirdische Geschäfte vom 26. August 2011
  5. stern.de: Pannen-Manager arbeitet an Sicherheitsanalyse - Atomfilz beim Endlager Gorleben vom 4. August 2010
  6. endlagerung.de: Kommission "Lagerung hochradioaktiver Abfallstoffe" (Zusammensetzung) abgerufen am 2. Oktober 2014

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