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Uhlmann, Petra

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Die Lobbyisten > Uhlmann, Petra

Umweltministerin: Plädoyer für AKW Greifswald und Giftmüllskandal

Petra Uhlmann ist eine CDU-Politikerin, die zunächst Umweltministerin in Mecklenburg-Vorpommern war und nach ihrem Rücktritt als Pressesprecherin bei PreussenElektra und später bei E.ON arbeitete. Im Artikel "Bestens verdrahtet" nannte die "Zeit" neben Walter Hohlefelder und Gerald Hennenhöfer Petra Uhlmann als weiteres Beispiel für die geschickte Rekrutierung von Politikern durch E.ON.[1]

Uhlmann war bereits als Umweltministerin von Mecklenburg-Vorpommern Anhängerin der Atomkraft, wie eine Äußerung aus dem Jahr 1991 belegt. Sie bezeichnete den Verzicht auf die Atomkraft als Illusion und setzte sich für einen Weiterbetrieb des aus der DDR übernommenen AKW Greifswald/Lubmin in ihrem Bundesland ein.[2]

1993 drang der Skandal um die Giftmülldeponie Schöneberg, einst Devisenbringer für die DDR und dann von Mecklenburg-Vorpommern erworben, an die Öffentlichkeit. Dass der Zustand der Deponie nicht den Sicherheitsvorschriften genügte und die Verträge mit Veba (Vorgängergesellschaft von E.ON) und Hilmer beiden Unternehmen die Profite zusprach, dem Land aber die Risiken für die Schadenhaftung, wurde Uhlmann zur Last gelegt. Das Problem sah Uhlmann allerdings nicht bei sich, sondern in der Prüfung der Deponie: "Den vernichtenden Bericht versuchte die Ministerin, in Sorge um ihr Amt, vorige Woche intern als überzogen abzutun. Sie empfinde es als eine "unglaubliche Frechheit", sagte die Ministerin, den Tränen nahe, zu ihrem Regierungschef, "daß der Rechnungshof den Untergrund einer Deponie prüft"."[3]

Rekrutierung durch PreussenElektra

Am 1. April 1993 trat Uhlmann als Umweltministerin zurück, wurde aber bald danach als Pressesprecherin bei der E.ON-Vorgängerfirma PreussenElektra angestellt. Der nach der Giftmüllaffäre eingesetzte Untersuchungsausschuss drohte Uhlmann 1998 wegen Aussageverweigerung Beugehaft an, was sie als "unglaublich und anmaßend" bezeichnete.[4]

Aus ihrer Zeit bei PreussenElektra sind zwei Fakten nennenswert. 1998 verkündete Uhlmann die Klage des Unternehmens gegen das neue Energierecht vor dem Bundesverfassungsgericht, das Subventionen für Windkraftwerke ermöglichte. Uhlmann sah das Energiegesetz als Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz an.[5] Als 2000 aufflog, dass Dokumente bei im britischen Sellafield gefertigten Brennelementen für das AKW Unterweser (Niedersachsen) gefälscht worden waren, lehnte Uhlmann im Namen des Unternehmens eine Abschaltung zunächst als unverhältnismäßig ab. Einen Tag später nahm PreußenElektra das AKW aber doch vom Netz und ließ die Brennelemente austauschen.[6]

Einsatz für 60 Jahre Laufzeit

Nach der Gründung von E.ON 2000 besaß Petra Uhlmann weiterhin das Vertrauen des Vorstandes, der ihr die Aufgabe übertrug, als Sprecherin des fusionierten Konzerns dessen atomfreundlichen Kurs zu vermarkten.

Im Oktober 2009, als die Diskussion um längere Laufzeiten für Atomkraftwerke bereits begonnen hatte, wies sie darauf hin, dass Atomkraftwerke "rein technisch 60 Jahre laufen könnten" und der Konzern dies auch als sinnvoll erachte.[7]

Im Februar 2010 bekräftige Uhlmann dies in einem Interview, das sie der "DEWEZET" gab, plädierte für die weitere Erkundung des Salzstockes von Gorleben als Endlager und bezeichnete den Atomausstieg von Rot-Grün als falsch. Darüber hinaus wies sie Proteste von Atomkraftgegnern gegen den Transport von MOX-Brennelementen zurück. Sie merkte an, dass nach durch E.ON durchgeführten Umfragen eine Mehrheit der Bevölkerung die Atomkraft unterstützen würde.[8] Sie sah die Proteste als "Taktik der Atomkraftgegner" an; die Sicherheit sei bei Transporten jederzeit gewährleistet.[9]

Nachdem E.ON 2010 einen Riss an einem Rohr im Primärkreislauf des AKW Grafenrheinfeld (Bayern) entdeckte und den Reaktor weiter in Betrieb ließ, reiste Uhlmann zu einer städtischen Veranstaltung im Februar 2011 in Schweinfurt. Wie Anti-AKW-Bewegungen berichten, unterlief ihr dabei ein Freudscher Versprecher. Sie sagte zu E.ON: "Bei uns geht Wirtschaftlichkeit immer vor Sicherheit". Danach korrigierte sie sich unter dem Lachen der Anwesenden.[10][11]

→ Wikipedia: Petra Uhlmann

(Letzte Änderung: 25.10.2016)

Einzelnachweise

  1. Zeit Online: Bestens verdrahtet vom 21. Februar 2002
  2. genios.de: Der Verzicht auf Kernkraft ist eine Illusion vom 19. April 1991 [gebührenpflichtiger Beitrag]
  3. DER SPIEGEL 12/1993: Ein Sieb, ein Loch vom 22. März 1993
  4. Die Welt: Beugehaft für Ex-Ministerin? vom 3. Februar 1998
  5. Der Tagesspiegel: PreussenElektra klagt gegen neues Energierecht vom 4. Mai 1998
  6. Hamburger Morgenpost: AK Unterweser wegen falscher Papiere vom Netz vom 25. Februar 2000
  7. NWZ Online: "Laufzeiten länger – Strom billiger" vom 5. Oktober 2009
  8. deweset.de: In anderen Ländern laufen die Atomkraftwerke 60 Jahre vom 28. Februar 2010
  9. pyrmonter-nachrichten.de: Strahlende Fracht für das AKW Grohnde vom 16. Dezember 2009
  10. .ausgestrahlt: "Ein denkwürdiger Freud’scher Versprecher" abgerufen am 16. März 2014
  11. viku.info: e.off packt aus - "Bei uns geht Wirtschaftlichkeit vor Sicherheit." abgerufen am 16. März 2014 (via WayBack)

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