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Uranabbau in Amerika

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Uranabbau weltweit > Uranabbau in Amerika

Argentinien

2008 kündigten Argentinien und Brasilien an, gemeinsam leicht angereichertes Uran für den Export produzieren zu wollen. Die argentinische Atombehörde CNEA schätzt die Uranvorkommen im Land auf 55.000 Tonnen.[1]

Aus einem Dokument der IAEO von 2009 geht hervor, dass Argentinien im Cerro Solo Deposit (Chubut) ein Projekt zu Erkundung und im San Rafael Utility Complex (Mendoza) ein Projekt zur Förderung von Uran plante. Der frühere Standort Malargüe (Mendoza) sollte stillgelegt und rekultiviert werden.[2]

→ wise-uranium.org: Uranium Mine Ownership/Argentina

Brasilien

Brasilien verfügt über 309.000 Tonnen Uran, das siebtgrößte Vorkommen weltweit, und 800.000 Tonnen werden als zusätzliche Reserve vermutet.[3]

Das Land möchte seine Uranförderung weiter ausbauen. "Die Uranproduktion lag im Jahr 2010 bei 174,3 Tonnen (2009: 406,1 Tonnen). Damit lag das Land an vierzehnter Stelle der Uran produzierenden Staaten."[4]

Das Uran wird nahe der Stadt Caitité gefördert, was zu einer Verseuchung des Trinkwassers geführt hat. "Zum Skandal kam es 2008, als Greenpeace aus acht Brunnen Proben zog und in England untersuchen ließ: Eine wies eine siebenmal höhere Urankonzentration auf als der von der Weltgesundheitsorganisation angegebene Höchstwert, eine zweite eine doppelt so hohe." Die rund 400 Tonnen in Caitité erzeugten und in Kanada und Frankreich angereicherten Urans reichen aus, um die Reaktoren Angra-1 und -2 mit Brennstoff zu versorgen. Mit einer zweiten Mine möchte Brasilien den Ertrag versechsfachen und seine Exportchancen erhöhen.[5] Erst 2015 gab die staatliche Uranminenbetreiberin INB (Indústrias Nukleares do Brasil) zu, dass das Grundwasser kontaminiert ist, leitete aber keine Gegenmaßnahmen ein.[6]

Uranproduktion (Zahlen ab 2007)

  • Brasiliens "strahlende" Zukunft - Uranbergbau in Caetité
    "Seit 2000 operiert hier die Uranmine der halbstaatlichen INB. (...) Wasserquellen sind mit Uran verseucht, überdurchschnittlich viele Menschen leiden an Krebs. Leukämie und Hirntumore sind besonders verbreitet. (...) Die Bauern vor Ort können ihre Anbauprodukte nicht mehr verkaufen (...) Die brasilianischen Behörden haben kein großes Interesse daran, die Gefahren für die Gesundheit der Menschen offen zu legen. Statt dessen wird verschleiert und vertuscht. (...) Menschen, die nur die Propaganda der Unternehmen hören, aber keine kritischen Kommentare, werden sich nicht auflehnen."[7]
Brasiliens "strahlende" Zukunft - Uranbergbau in Caetité30:48

Brasiliens "strahlende" Zukunft - Uranbergbau in Caetité

Hochgeladen von am 11. Juli 2011

Kanada

Kanada war lange weltgrößter Uranproduzent und wurde erst 2009 von Kasachstan überholt.[8] "Kanada verfügt gemeinsam mit Russland über die drittgrößten bekannten und abbaubaren Uranvorkommen der Welt. Im Jahr 2011 stand es an zweiter Stelle der Uran produzierenden Länder der Welt. Weitere bislang nicht erschlossene Lagerstätten werden im Sockel des Kanadischen Schilds vermutet, wobei die Uranbestände auf 572 000 Tonnen Uranerz geschätzt werden. Der größte Anteil wird im Norden der Provinz Saskatchewan im Athabasca Basin gefördert. Die dort gelegenen Minen McArthur River und Cigar Lake (noch in der Entwicklung)
beinhalten einige der weltweit hochwertigsten Uranvorkommen. Im Jahr 2010 wurden in Kanada 9 786 Tonnen Uran produziert (2008: 9 000 Tonnen; 2009: 10 173 Tonnen)."[4]

Nach einer anderen Meldung vom Juni 2012 soll Kanada weltgrößter Produzent von Uran sein.[9]

Im August 2012 plante das Unternehmen Paladin Energy, das auch in Australien agiert, Uranabbau in großem Umfang in Kanada. "Darüber hinaus zielt das Unternehmen darauf ab, die Produktion auf dem Michelin-Projekt in Kanada noch vor dem Beginn der Förderung auf Mount Isa in Queensland, Australien, zu beginnen. (...) Das Michelin-Projekt werde voraussichtlich zwischen 2018 und 2020 in Produktion gehen und von einer gemessenen und angezeigten Ressource von 83,8 Mio. Pfund sowie einer geschlussfolgerten Ressource von 53 Mio. Pfund Uran produzieren. Ressourcenbohrungen sollen auf dem Projekt im zweiten Halbjahr 2012 erfolgen. Man geht davon aus, dass Michelin zu einem der fünf größten, wirtschaftlich zu betreibenden Uranprojekte der Welt wird."[10]

Im Januar 2013 wurde eine Erhöhung der Produktion von Uran in Saskatchewan genehmigt. "Die Canadian Nuclear Safety Commission (CNSC) hat der Areva Resources Canada Inc. die Bewilligung erteilt, die Verarbeitungskapazität der Uranmühle McClean Lake im Norden der kanadischen Provinz Saskatchewan von 3600 auf 5900 Jahrestonnen zu erhöhen. Die CNSC bewilligte zusätzlich zur Steigerung der Verarbeitungskapazität der Uranmühle McClean Lake, dass dort hochgradiges Erz aus der Uranlagerstätte Cigar Lake verarbeitet wird."[11]

Am 13. Juni 2013 erteilte die "Die Canadian Nuclear Safety Commission (CNSC) die Betriebsgenehmigung für die Uranmine Cigar Lake im Norden der kanadischen Provinz Saskatchewan genehmigt vom 1. Juli 2013 bis zum 30. Juni 2021.[12] Im März 2014 wurde mit dem Uranerzabbau begonnen.[13]

Am 22. April 2016 wurde bekannt, dass Cameco seine Förderung in der Uranmine Rabbit Lake im nördlichen Saskatchewan eingestellt hat – die schlechten Marktbedingungen hatten den Betrieb unrentabel werden lassen. 2016 ist die Produktion auf 1 Mio. Pfund U3O8 zurückgegangen; erwartet worden waren 3,6 Mio. Pfund.[14]

Uranproduktion (Zahlen ab 2007)

Paraguay

Nach einer Meldung vom 9. Juli 2014 baut Paraguay derzeit in Yuti im Norden und Coronel Oviedo im Westen des Landes ab. Die nordamerikanische Uranium Energy Corp. (UEC) erkundet derzeit einen dritten Standort. Paraguay plant, abgebautes Uran nach Argentinien zu liefern. Der Kongress kritisiert ein Projekt Argentiniens, das die Errichtung einer Förderung- oder Wiederaufarbeitungsanlage für Uran an der Grenze vorsieht. Im Widerspruch dazu steht die Absicht Paraguays, Uran aus eigenen Beständen nach Argentinien zu exportieren.[15]

→ IAEO: Uranium Mining in Paraguay: An opportunity to improve the environmental regulations in mining von 2009
→ wise-uranium.org: Uranium Mine Ownership/Paraguay

USA

Church Rock uranium mill sign.jpg

A sign at the Church Rock uranium mill 2011

Die USA förderten und fördern in diversen Bundesstaaten Uran. Der Umweltschutz spielt keine Rolle, statt dessen wird die Umwelt mit den Minen radioaktiv verseucht. "Es gibt viele Narben des Atomzeitalters in Nebraska, South Dakota und Wyoming, die meisten sind Jahrzehnte alt. Von mindestens 270 verlassenen Minen spricht die Umweltorganisation "Defenders of the Black Hills" allein im Westen South Dakotas. Saniert wurden diese Hinterlassenschaften nie."[16]

Die Black Hills in South Dakota wurden den Sioux weggenommen, es wurde zunächst Gold gefördert. Als in den 1950er Jahren bis 1973 Uran abgebaut wurde, wurden die Sioux nicht über die Risiken informiert und ohne Strahlenschutz beschäftigt. Die Uranförderung brachte eine erhöhte Krebsrate mit sich.[17]

Der "Bund (Schweiz)" berichtete 2010: "An manchen Stellen übersteige die radioaktive Strahlung die natürliche Radioaktivität um den Faktor 140'000. Die Menschen seien akut gefährdet durch Lungenkrebs und Leukämie. (...) Tatsächlich steht im Gesundheitsbericht des Bundesstaats South Dakota von 2003, dass Menschen indianischer Herkunft – rund zehn Prozent der Bevölkerung – signifikant häufiger an Krebs sterben als Weisse. (...) Über tausend verlassene Uran-Minen und Tausende Bohrlöcher durchziehen das Indianerreservat (...) Meistens warnt kein Schild vor der strahlenden Gefahr."[18]

Ein geplanter Uranabbau im Grand Canyon wurde von der US-Regierung im Januar 2012 untersagt. Ein 20jähriges Moratorium für neue Uranminen wurde in dem Gebiet ausgerufen.[19]

Im Oktober 2012 wurden jedoch Bau und Betrieb der Uranmine Lost Creek in Wyoming genehmigt. Betreiber ist die Ur-Energy Inc.[20] Am 24. Mai 2013 wurde in der Lagerstätte North Butte (Wyoming) mit der Produktion von Uran begonnen.[21]

Im April 2014 erklärte sich der US-Energiekonzern Anarkando bereit, 5,15 Mrd. US-Dollar für Umweltschäden aufzubringen, darunter allein eine Mrd. US-Dollar für die Dekontaminierung des Territoriums der Navajo Nation, das durch Uranabbau stark geschädigt wurde.[22]

Im gleichen Monat erhielt die Powertech USA Inc. eine Bewilligung der Regulierungsbehörde für den Bau der In-situ-Urangewinnungseinrichtung Dewey Burdock in Süd-Dakota.[23] Darüber hinaus begann die Uranerz Energy Corp. mit dem Abbau von Uran in Nichols Ranch, das in der Uranaufbereitungsanlage Smith Ranch von Cameco Resources zu Urankonzentrat verarbeitet werden soll.[24]

Uranproduktion (Zahlen ab 2007)

  • Colorado - Uran um jeden Preis (Doku)
    "Die Atomkraft könnte eine Renaissance erleben in den USA. Die Obama-Administration will weg von den dreckigen Kohlekraftwerken - sie hat acht Milliarden Dollar Kredite für neue Kernkraftwerke zur Verfügung gestellt. Das weckt die Hoffungen [sic] vieler Menschen in Colorado auf neue Arbeitsplätze im Uranbergbau – trotz aller Gefahren..." [25]
Colorado - Uran um jeden Preis (Doku)21:34

Colorado - Uran um jeden Preis (Doku)

arte vom 11. März 2011

(Letzte Änderung: 01.03.2017)

Einzelnachweise

  1. Handelsblatt: Kooperation vereinbart - Argentinien und Brasilien wollen Uran exportieren vom 23. Februar 2008
  2. IAEO: Uranium Mining Projects - Environmental Issues and Stakeholders Involvement - Current Situation in Argentina vom 4. September 2009
  3. taz.de: Brasilien stärkt die Atomkraft-Nische vom 2. Dezember 2013
  4. 4,0 4,1 Deutscher Bundestag Antwort der Bundesregierung - Herkunft und Transporte von Kernbrennstoffen und ihrem Ausgangsmaterial Drucksache 17/10573 vom 27. August 2012
  5. FR-Online: Brasiliens strahlende Zukunft vom 7. Januar 2014
  6. Kooperation Brasilien: Uranmine verseucht Grundwasser, gesteht staatliche Minenbetreiberin INB erstmals ein vom 15. August 2015
  7. misereor.de: Radioaktive Gefahr in Verzug vom 31. März 2011 (via WayBack)
  8. WNA: Uranium in Canada abgerufen am 19. Januar 2013
  9. GeVestor Kanada: Das wichtigste Land der Rohstoff-Branche vom 28. Juni 2012
  10. wallstreet:online Langfristige Planungen - Paladin Energy erwartet Produktionsbeginn in Western Australia für 2017 vom 29. August 2012
  11. nuklearforum.ch: Mehrproduktion kanadischer Uranmine bewilligt vom 21. Januar 2013
  12. nuklearforum.ch Kanada: grünes Licht für Uranmine Cigar Lake vom 21. Juni 2013
  13. nuklearforum.ch Cigar Lake produziert vom 20. März 2014
  14. world nuclear news: Cameco scales back uranium production vom 22. April 2016
  15. wochenblatt.cc: Verkauf von Uran vom 9. Juli 2014 (via WayBack)
  16. Frankfurter Rundschau: Der Wilde Westen strahlt stärker als Fukushima vom 14. Juli 2011
  17. Deutschlandradio: Uranbergbau in South Dakota - Amerikas heimliches Fukushima vom 19. Mai 2014
  18. Der Bund (Schweiz): Wo das Uran für Mühleberg herkommt vom 31. August 2010
  19. Deutschlandfunk: Kein Uranabbau im Grand Canyon vom 10. Januar 2012
  20. nuklearforum.ch: Erschliessung der Uranmine Lost Creek darf beginnen vom 16. Oktober 2012
  21. nuklearforum.ch: USA: Produktionsstart in North Butte vom 24. Mai 2013
  22. Spiegel Online: Öl, Chemie, Uran: US-Konzern zahlt Rekordsumme für Umweltschäden vom 4. April 2014
  23. nuklearforum.ch: USA: grünes Licht für Dewey Burdock vom 16. April 2014
  24. wallstreet online: Uranerz startet Uranabbaubetrieb in Nichols Ranch vom 16. April 2014
  25. arte.tv: Colorado: Uran um jeden Preis vom 11. März 2011 (via WayBack)

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