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Uranabbau in Asien

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Uranabbau weltweit > Uranabbau in Asien

China

Die Uranvorkommen in China belaufen sich auf etwa 70.000 Tonnen, wovon jährlich ca. 840 Tonnen abgebaut werden. Der Bedarf könnte 2020 bei etwa 20.000 Tonnen liegen. Die Bedingungen im Bergbau sollen schlecht sein.[1]

Uranabbaukritiker gelten in China als Staatsfeinde, wie der chinesische Atomkraftgegner Sun Xiao-di am eigenen Leib erfahren musste. Er arbeitete als Verwalter in einer Uranmine im tibetischen autonomen Bezirk Gannan in der Provinz Gansu. Nachdem er Fragen zur Sicherheit und zu Gesundheitsschäden bei Angestellten gestellt und die Einleitung radioaktiven Wassers in den Fluss Batong und damit in den Jangtse kritisiert hatte, wurde er 1994 entlassen. In den folgenden Jahren reichte Sun Xiao-di immer wieder Petitionen ein und gab 2005 einem französischen Journalisten ein Interview. Er kam zunächst ins Gefängnis und wurde dann unter Hausarrest gestellt. Nach Ende des Hausarrests 2006 verfasste er wieder eine Petition und erhielt den internationalen Anti-Atom-Preis "Nuclear-Free Future Award". 2009 verurteilte man Xiao-di und seine Tochter zu zwei Jahren bzw. 18 Monaten Straflager. Beiden wurde "Aufhetzung der Öffentlichkeit „mit verleumderischen Slogans über ‚nukleare Verseuchung‘ und ‚Menschenrechtsverletzungen‘“ zur Last gelegt.[2]

Uranproduktion (Zahlen ab 2007)

Indien

Im Juli 2011 wurde ein riesiges Uranvorkommen in Indien entdeckt, möglicherweise das größte der Welt.[3]

Über die Uranmine Jadugoda in Indien und die gesundheitlichen Folgen für die Menschen, die in der dortigen Region leben, wird in folgendem Film berichtet: → PSR/IPPNW Schweiz: Uranabbau in Indien - ein Film über die gesundheitlichen Auswirkungen auf die Bevölkerung vom 24. August 2012

Uranproduktion (Zahlen ab 2007)

Iran

Der Iran besitzt zwei Uranminen: die bedeutendere mit den größten Vorkommen des Landes liegt in Saghand in der Provinz Jasd, eine weitere mit dem Namen Gachin am Persischen Golf, in der seit 2006 nur kleine Mengen Yellowcake hergestellt wurden.[4]

Im April 2013 ordnete der damalige iranische Präsident Ahmadineschad die Erschließung der Uranmine Gachin und die Eröffnung einer Uranumwandlungsanlage bei Ardakan in der Provinz Jasd an, in der das in Saghand geförderte Uran verarbeitet werden soll.[5][6]

Kasachstan

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Uranmine in Kasachstan

Kasachstan besitzt 12 % der weltweiten Uranvorkommen und ist seit 2009 der größte Uranproduzent: mit 28 % der Weltproduktion 2009, 33 % 2010, 36 % 2011 und 36,5 % 2012.[7]

Kasachstan hatte bereits 2009 den vorher größten Uranproduzenten Kanada hinter sich gelassen und die Produktion um 63 % gesteigert.[8] 2011 wurde der Abbau weiter gesteigert: "Unter Berücksichtigung der Anteile der Tochterunternehmen und der branchenzugehörigen Betriebe baute Kazatomprom 2011 insgesamt 11 079 Tonnen Uran ab, was 20 Prozent der Weltproduktion entspricht. (...) Kazatomprom ist als Uranlieferant nach wie vor in allen Regionen der Welt präsent, wo AKWs betrieben werden: in Europa, Asien und den USA. In Erfüllung der Verträge mit Verbrauchern lieferte Kazatomprom im vergangenen Jahr 10 399 Tonnen Uran und deckte somit 17 Prozent des Bedarfes aller Reaktoren der Welt."[9]

Im Februar beantragte das amerikanische Rohstoffunternehmen Cameco zusammen mit seinem Partner Kazatomprom eine Anhebung des Produktionsvolumens um ein Drittel auf 5,2 Mio. Pfund Uran.[10]

Uranproduktion (Zahlen ab 2007)

Kirgisistan

Kirgisistan leidet bis heute an den Folgen des Uranabbaus aus den 1950er Jahren in sowjetischer Zeit. Radioaktiver Abfall hat sich an 36 Uranhalden angesammelt, die sich in der Nähe von dicht bevölkerten Regionen befinden und ein hohes gesundheitliches Risiko darstellen. Die ehemaligen Uranminen befinde sich in Min-Kush im Zentrum des Landes, in Kadji-Say im Osten and in Tyuamuyin im südlichen Kirgisistan.[11]

"In Kirgisistan steht eine ganze Stadt auf den atomaren Altlasten des Kalten Krieges. Nun drohen 180.000 Kubikmeter Uranschlamm in einen Fluss zu rutschen und so das Trinkwasser in Kirgisistan und Usbekistan radioaktiv zu verseuchen. (...) Denn: Die 25.000-Einwohner-Stadt Mailuu-Suu, nahe der usbekischen Grenze, war in den 50er-Jahren ein Uranbergbau-Gebiet. Das Spaltmaterial, das die Bergleute hier aus dem Gestein schlugen, soll die erste sowjetische Atombombe bestückt haben. Den Abraum - Uranschlämme und radioaktives Geröll - schütteten sie einfach in Mulden und bedeckten ihn mit Erde."[12]

Mongolei

Nach Informationen der World Nuclear Association (WNA) sind in der Mongolei diverse Vorkommen erforscht, und von 1988 bis 1995 ist in der östlichsten Provinz Dornod Uran in kleinen Mengen abgebaut worden. Derzeit findet in der Mongolei keine Uranförderung statt (Stand: September 2015).[13]

Im Dezember 2010 ratifizierten die Mongolei und Russland ein Regierungsabkommen zum gemeinsamen Uranabbau: "Russland ist das erste Land, mit dem die Mongolei ein Abkommen über die Bildung eines Gemeinschaftsunternehmens zum Uranabbau schließt. Das Joint Venture verfügt über Uran-Vorräte von insgesamt 50 000 Tonnen, 22 000 Tonnen davon entfallen auf die Lagerstätte Dornod in der Mongolei. (...) Die Uranlagerstätte Dornod wurde in den 1970er Jahren von sowjetischen Geologen erkundet. Von 1988 bis 1995 wurde das Vorkommen aktiv abgebaut, wobei das Erz in der 200 Kilometer weit von der Lagerstätte entfernten Hüttenfabrik Priargungskoje (im russischen Gebiet Tschita) verarbeitet wurde."[14]

Am 4. November 2013 unterzeichneten die Mongolei und die französische AREVA-Gruppe eine Vereinbarung zu einem Joint Venture. Zwei Uranvorkommen im Süden der Mongolei werden auf 60.000 Tonnen geschätzt.[15]

Pakistan

Pakistan besitzt Uranminen in Dera Chazi Chan, Qabul Khel und weiteren Standorten. Die Uranförderung in Pakistan ist im weltweiten Vergleich gering.

Am Standort Dera Chazi Chan bei Bangalchore, 475 km südwestlich der Hauptstadt Islamabad, begann die Förderung 1977/1978, maßgeblich unterstützt von der IAEO. Das Uran ist in der nahegelegenen Anlage BC-1 nahe der Mine zu Uranoxidkonzentrat verarbeitet worden. Der Standort ist mehrmals von separatistischen Organisationen angegriffen worden. Die Uranförderung soll in Dera Chazi Chan nach offiziellen Angaben mittlerweile eingestellt worden sein. Es ist möglich, dass in BC-1 seitdem Uranerz aus den Minen Nanganai and Taunsa verarbeitet wird.[16][17] Die Uranmine in Qabul Khel in der unruhigen nordwestlichen Grenzregion Pakistans wird seit 1992 betrieben. Sie soll 500 bis 1.000 Tonnen Uran enthalten; die IAEO unterstützte auch hier die Exploration und Förderung.[18][17]

Uranproduktion (Zahlen ab 2007)

Tadschikistan

In sowjetischer Zeit wurde in Tadschikistan Uran abgebau. Der Uranabbau wurde zwar 1992 beendet, es sind davon allerdings noch 54,8 Mio. Tonnen Atommüll übriggeblieben, der ungesichert gelagert wird, das meiste davon in der Stadt Khujand. Auf Anfrage aus Dunjabe unterstützte die IAEO Tadschikistan 2014 bei der Behandlung der Abfälle und mit finanziellen Mitteln. Die EU unterstützte den zentralasiatischen Staat beim Aufbau seiner Nuclear and Radiation Safety Agency und einem Projekt zur Strahlungserfassung.[19]

Türkei

Im Oktober 2016 erhielt die in Australien ansässige Anatolia Energy Ltd. Genehmigungen für Explorationsarbeiten an der ersten türkischen Uranmine Temrezli 200 km östlich von Ankara. Die Uranförderung in der Türkei könnte 2016 aufgenommen werden.[20]

Usbekistan

Usbekistan, das 2007 siebtgrößter Uranproduzent war, förderte 2009 zwischen 2.000 und 2.500 Tonnen jährlich und exportierte das Uran ins Ausland. Bis 2009 wurden 40 Uranvorkommen erforscht, und das Land möchte die Uranförderung um 50 % steigern. Dazu sollen neue Minen im Zentrum Usbekistans erschlossen werden. Das Projekt kommt jedoch nur langsam voran.[1] Bis 2009 wurden 40 Uranvorkommen erkundet.[21]

Uranproduktion (Zahlen ab 2007)

(Letzte Änderung: 28.02.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 Deutscher Bundestag Antwort der Bundesregierung - Herkunft und Transporte von Kernbrennstoffen und ihrem Ausgangsmaterial Drucksache 17/10573 vom 27. August 2012
  2. greenpeace magazin, Ausgabe 2/10: Gehirnwäsche für Urankritiker abgerufen am 3. April 2013 (via WayBack)
  3. Spiegel Online: Atom-Boom in Asien: Inder entdecken riesiges Uranvorkommen vom 19. Juli 2011
  4. Handelsblatt: Alle Atom-Streitpunkte mit dem Iran gelöst vom 10. Januar 2014
  5. FAZ.net: Ahmadineschad weitet Atomprogramm aus vom 9. April 2013
  6. nuklearforum.ch: Eröffnung einer Uranmine im Iran vom 19. April 2013
  7. WNA: Nuclear Power in Kazakhstan abgerufen am 7. Januar 2013
  8. heise.de Kanada verliert Spitzenposition - Kasachstan steigt zum größten Uranproduzenten der Welt auf vom 5. Januar 2010
  9. RiaNovosti: Kasachstans Uranproduktion 2011 um neun Prozent gewachsen - Kazatomprom vom 3. Februar 2012
  10. finzanzen.net: Cameco will die Produktion in Kasachstan erhöhen vom 20. Februar 2012
  11. nti.org: Kyrgyzstan abgerufen am 29. März 2014
  12. Deutschlandfunk: "Wir atmen Uran, wir essen Uran" vom 10. Oktober 2009
  13. WNA: Uranium in Mongolia abgerufen am 14. Dezember 2015
  14. RiaNovosti: Regierungsabkommen über russisch-mongolischen Uranabbau ratifiziert vom 24. Dezember 2010
  15. nuklearforum.ch: Bergbau-Joint-Venture in Mongolei vom 4. November 2013
  16. NTI: BC-1 Uranium Mill abgerufen am 7. Dezember 2014
  17. 17,0 17,1 bloomberg.com: Pakistani Bomb Got Help From UN as Lax Oversight Weakened Nuclear Watchdog vom 16. Dezember 2010 [Seite nicht mehr verfügbar]
  18. NTI: Qabul Khel abgerufen am 7. Dezember 2014
  19. NTI: Country Profiles/Tajikistan abgerufen am 27. Januar 2016
  20. nuklearforum.ch: Bewilligungen für erste türkische Uranmine vom 16. Oktober 2013
  21. RiaNovosti: Usbekistan und Japan erkunden gemeinsam Uran-Vorkommen vom 18. Juni 2009

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