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Atomkraftwerke Plag

Vahrenholt, Fritz

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Die Lobbyisten > Vahrenholt, Fritz

Zur Person

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Fritz Vahrenholt auf dem Campus Symposium 2009

Fritz Vahrenholt war Umweltsenator in Hamburg und im Anschluss daran Vorstandsmitglied der Deutschen Shell AG.[1] Bis zum 1. Juli 2012 war er Vorsitzender der Geschäftsführung der RWE Innogy GmbH und wechselte zu diesem Zeitpunkt in den Aufsichtsrat des Unternehmens.[2]

Vahrenholts Wechsel vom Vorstandsvorsitz zum Aufsichtsratsvorsitz wurde am gleichen Tag wirksam, an dem der neue RWE-Chef Terium den Ausstieg aus der Atomenergie öffentlich verkündete.[3][4]

→ Wikipedia: Fritz Vahrenholt

2009

Der SPD-Politiker Vahrenholt war bereits 2009 durch atomkraftfreundliche Äußerungen aufgefallen. Die "Welt" veröffentlichte am 6. Februar 2009 einen Gastbeitrag Vahrenholts, in der er für eine seiner Meinung nach "sichere Stromversorgung" mit Atomenergie plädierte. Der erste Atomausstieg unter Gerhard Schröder schädige den Industriestandort Deutschland und mache die Klimaziele unerreichbar.[5]

2010

Vahrenholt, seit 2008 Leiter von RWE Innogy, der Ökö-Tochter des Energiekonzerns, verfolgte im Jahr 2010 in mehreren Interviews eine Doppelstrategie: die Laufzeitverlängerung zu verteidigen und zugleich den Ausbau erneuerbarer Energien zu propagieren.

Um dieses Dilemma zu lösen, erfand Vahrenholt die Formel: "Ohne Kernenergie gibt es keine Windenergie." Atomkraft sei weiterhin nötig, um die Schwankungen bei der Windenergie auszugleichen, solange es keine geeigneten Speichermedien gebe. Er wies den Vorwurf zurück, RWE betreibe mit seinem geringen Anteil an Ökoenergie Greenwashing.[6]

Mit dem gleichen Argument verteidigte er die Pläne der Industrie und der Regierung, Laufzeiten für deutsche Atomkraftwerke zu verlängern. Der damit laut Vahrenholt erzeugte "preisgünstige Strom" gleiche die teure Förderung der Erneuerbaren aus. Zugleich, so Vahrenholt, plane RWE den Bau neuer Windkraftanlagen in Nordrhein-Westfalen.[7]

Die Subventionierung von Atomkraft verschweigend, bezeichnete Vahrenholt diese als günstigen Energieträger in Deutschland. Müsste RWE statt AKW Kohle- und Gaskraftwerke bauen, stünden keine Mittel für erneuerbare Energien zur Verfügung. Solarenergie schloss Vahrenholt als Energieträger mit der Fehleinschätzung aus, dass Deutschland "einfach kein Sonnenland" sei. Das Argument, längere Laufzeiten verschärften das Abfallproblem, wies Vahrenholt zurück: "Egal, wie viele Jahre Laufzeitverlängerung es werden, wir werden ein Endlager brauchen."[8]

2011

Nach Fukushima, im April 2011, warnte Vahrenholt vor Blackout-Gefahren, steigenden Strompreisen aufgrund erneuerbarer Energien und Schäden für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Im Falle eines Atomausstiegs ohne ausreichende Stromleitungen "müssen in Bayern Industriebetriebe wegen Strommangels zeitweise abgeschaltet werden, mitunter sogar ganze Städte."[9] Im November 2011 kritisierte er die Energiewende in ähnlicher Weise.[10]

Rückblickend kommentierte "Der Tagesspiegel": "Vahrenholt zog weiter zu Innogy, der Erneuerbare-Energien-Tochter des Atomstrom-Konzerns RWE, und damit so weit weg von seiner ökologischen Vergangenheit wie nur möglich. Folgerichtig befürwortete Vahrenholt die Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke, denn nur diese Einnahmen hätten Innogy zu einem ernst zu nehmenden Spieler in der Erneuerbare-Energien-Branche machen können."[11]

2012

2012 erregte Vahrenholt mit dem Buch "Die kalte Sonne: Warum die Klimakatastrophe nicht stattfindet" Aufsehen, in dem er behauptet, die globale Erwärmung sei zum Stillstand gekommen. Damit habe Atombefürworter Vahrenholt der Energiewende nach Ansicht des "Deutschlandradio" einen schlechten Dienst erwiesen. "Die Doktrin der "Klimalüge" lässt die technologischen Errungenschaften des Landes erblassen. (…) Autoren, die den Klimawandel leugnen, führen alternative Energien ad absurdum. Wozu sollte der Bund Universitäten und mittelständischen Unternehmen Gelder für regenerative Energien gönnen, da es den Klimawandel doch gar nicht gibt?"[12]

Im Dezember 2012 kritisierte er im Springer-Blatt "Die Welt" erneut die Energiewende und verwendete dabei das typische Vokabular der Atomlobby. Deutschland betreibe eine "angstgetriebene Energiepolitik", die Energiewende sei "selbstzerstörerisch", die "hochenergieintensive Industrie" werde aus dem Land getrieben, Blackouts würden "zur Regel" werden. Wehmütig denkt Vahrenholt an die goldenen Zeiten der Atomkraft zurück: "Denke ich an die Kernenergie und Helmut Schmidt, der 1978 in Dortmund sagte: 50 Prozent der Zukunft soll Kernenergie sein, 50 Prozent Kohle. Nun ist beides sozusagen auf dem Müll gelandet."[13]

2013

2013 behauptete Vahrenholt in einer Diskussion, Atom und Kohle seien nicht gefördert worden. Fritz Vahrenholt wörtlich:

"Es gibt keine Subventionen für Kohlekraftwerke und Kernkraftwerke."
"Es gab und gibt keine Subventionen für Kernkraftwerke, es gab Mittel für die Kernenergieforschung."[14]

Siehe dazu → Subventionierung von Atomkraft

2014

Am 18. August 2014 veröffentlichte Vahrenholt in der atomfreundlichen "Welt" einen Kommentar, in dem er den Ausbau erneuerbarer Energien, insbesondere der Windparks, als umweltschädlich bezeichnete, ohne allerdings explizit die Atomkraft als Alternative zu erwähnen.[15]

(Letzte Änderung: 18.12.2016)

Einzelnachweise

  1. rwe.com Lebenslauf bis Februar 2008 abgerufen am 18. August 2014
  2. RWE Innogy: Veränderungen in der Geschäftsführung der RWE Innogy GmbH vom 25. Januar 2012 (via WayBack)
  3. Handelsblatt: Der vermeintliche Abschied vom "Dinosaurier" RWE vom 1. Juli 2012
  4. rwe.com Aufsichtsrat RWE Innogy GmbH Stand 6. August 2012
  5. Welt Online: Atomkraftwerke abschalten? Nein Danke! von Fritz Vahrenholt vom 6. Februar 2009
  6. manager magazin: RWE Innogy - Keine Windenergie ohne Kernenergie vom 4. Juni 2010
  7. RP Online: RWE will mehr Windkraftwerke in NRW bauen vom 23. August 2010
  8. Zeit Online: "Das Endlagerproblem hängt nicht von den Laufzeiten ab" vom 1. September 2010
  9. WirtschaftsWoche Fritz Vahrenholt im Interview: "Städte ohne Strom" vom 19. April 2011
  10. FTD.de: Energiewende gerät ins Stocken vom 16. November 2011 [via Wayback]
  11. Der Tagesspiegel: Porträt "Ich mache jetzt Wind" vom 6. Februar 2012
  12. Deutschlandradio: Klimawandel? Nein danke! vom 9. März 2012
  13. Welt Online: "Es wird angstgetriebene Energiepolitik betrieben" vom 3. Dezember 2012
  14. manager magazin: "Schnell 100 Prozent Erneuerbare!" - "Das ist der Morgenthauplan im Quadrat!" vom 19. September 2013
  15. Welt Online: Windparks - Wie die Energiewende Deutschlands Natur zerstört vom 18. August 2014

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