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Atomenergie in außereuropäischen Ländern > USA > WNP/Hanford (USA)

2 Druckwasserreaktoren (WNP-1 und -4) • Hersteller: Babock & Wilcox • Leistung: 2 x 1.340 MW •
Bestellung: 1972/1974 • Geplante Inbetriebnahme: 1980/1982 •
Projektende: Januar 1982 (WNP-4)/Januar 1995 (WNP-1)[1][2][3]


Hanford Site welcome

Der Standort Hanford, ein radioaktiv verseuchtes Gelände mit einer stillgelegten Plutoniumfabrik, befindet sich am Columbia River im Bundesstaat Washington im Nordwesten der USA nördlich der Stadt Richland.[4]

Dort wollte das Washington Public Power Supply System (WPPSS) ein Atomkraftwerk mit drei Einheiten errichten lassen. Sie waren Teil des größten Projekts zum Bau von Atomkraftwerken in den USA, das vom WPPSS, wegen des Fehlschlags des Projekts auch "whoops" genannt, in den frühen 1970er Jahren gestartet wurde: Von insgesamt fünf geplanten Einheiten, genannt Washington Nuclear Power Units (WNPs), sollten WNP -1, -2 und -4 in Hanford, WNP-3 und -5 in → Satsop entstehen. Fertiggestellt wurde schließlich nur WNP-2, genannt → Columbia (USA).[5]

Die beiden für Hanford geplanten Einheiten WNP-1 und -4 mit einer Leistung von je 1.340 MW wurden 1972 bzw. 1974 vom WPPSS bei Babcock & Wilcox bestellt und sollten 1980 bzw. 1982 in Betrieb genommen werden. Beide besaßen eine Baugenehmigung der Nuclear Regulatory Commission (NRC). Ende 1975 begannen die Bauarbeiten an WNP-1. Diese wurden jedoch wegen Stromüberschüssen und finanziellen Problemen im April 1982 für fünf Jahre ausgesetzt, nachdem die Einheit zu 63 % fertiggestellt war. Im Januar 1982 wurde zunächst WNP-4 aufgegeben (Fertigstellung zu 24 %), im Januar 1995 dann auch die seit 1982 brachliegende Einheit WNP-1, da keine weitere Nutzung absehbar war.[1][2][3]

Kostenexplosion von 5,7 auf 24 Mrd. US-Dollar

Abgesehen von der einzigen fertiggestellten Einheit Columbia scheiterte das Großprojekt des WPPSS in Hanford und Satsop, weil sich die öffentliche Meinung nach dem Unfall von Harrisburg/Three Mile Island 1979 gegen die Atomkraft gewandt hatte und die Kosten von ursprünglich geplanten 5,7 US-Dollar explodiert waren. 1988 saß WPPSS auf einem Schuldenberg von insgesamt 24 Mrd. US-Dollar, darunter 2,25 Mrd. US-Dollar aus einem kommunalen Fond, einem der größten in der Geschichte der USA.[6][5]

Die Kostenexplosion wurde mit Missmanagement, mangelnder technischer und organisatorischer Erfahrung mit einem Projekt dieser Größenordnung, mehrmals revidiertem Projektdesign und der Inflation begründet.[7]

Im Juni 1995 genehmigte das Energy Facility Site Evaluation Council (EFSEC) einen Plan zur Wiederherstellung des Standorts von WNP-1, der einen Abriss der Einheit vorsah. Anfang 2003 wurde ein neuer Plan vereinbart, nach dem eine Wiederherstellung der Standorte von WNP-1 und -4 bis 2026 abgeschlossen werden soll.[3]

(Letzte Änderung: 26.03.2018)

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 IAEO: LES CENTRALES NUCLEAIRES DANS LE MONDE von 1997
  2. 2,0 2,1 tonto.eia.doe.gov: Nuclear Power Generation and Fuel Cycle Report 1997 vom September 1997
  3. 3,0 3,1 3,2 efsec.wa.gov: Nuclear Projects Nos. 1 and 4 (WNP-1/4) abgerufen am 26. März 2018 (via WayBack)
  4. hanford.gov: Hanford History abgerufen am 26. März 2018
  5. 5,0 5,1 cluj.org: Satsop Nuclear Plants abgerufen am 16. April 2016
  6. books.google.de: Engineering Project Management: The IPQMS Method and Case Histories (Seite 123) von 1999