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Die Lobbyisten > Wendland, Anna Veronika

Historikerin im Herder-Institut und Nuklearia-Vorstand

Anna Veronika Wendland arbeitete – nach Abschluss des Studiums osteuropäischer Geschichte, Politikwissenschaft und slawischer Philologie sowie ihrer Promotion – zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Leipzig, der LMU München und dem Herder-Institut mit den Schwerpunkten ost-, ostmitteleuropäischer und südosteuropäischer Geschichte. Seit 2014 vertritt sie die Institutsleitung für Forschung des Herder-Instituts.[1] Sie arbeitet dort an einem Habilitationsprojekt mit dem Titel "Atomogrady. Kernkraftwerksstädte zwischen Utopie und Katastrophe im östlichen Europa, 1965-2011", in der sie politische, ökonomische und soziale Aspekte dieser Städte beleuchtet.[2]

Wendland ist zugleich eine Anhängerin der Atomkraft, deren Beiträge bei diversen atomfreundlichen Internet-Plattformen publiziert werden.

Sie ist Beisitzerin im Vorstand der Lobbyorganisation Nuklearia e.V. und engagiert sich nach eigenen Worten "nicht trotz, sondern wegen des schon zweiten endgültigen deutschen Atomausstiegs" bei diesem Verein. Atomkraft dürfe nicht von vorneherein aus der Energiepolitik ausgeschlossen werden.[3]

Lob für den osteuropäischen "Pragmatismus"

Am 22. April 2016 berichtete der "Österreichische Rundfunk" über Wendland. Im Zusammenhang mit ihren Forschungen über Kernkraftwerksstädte habe Wendland darauf hingewiesen, dass Atomkraft heute in der Ukraine unangefochten sei und dort als "sichere Stromerzeugung" gelte. Es sei, so Wendland, "Pragmatismus", Atomkraft anstelle schmutziger Kohlekraftwerke einzusetzen.[4]

Am 9. Juni 2016 hielt sie in Zusammenarbeit mit der wichtigen deutschen Atomlobbyorganisation → Kerntechnische Gesellschaft (KTG) einen Vortrag mit dem Titel "Prompt überkritisch: deutsche Kernenergie-Diskurse im Katastrophenmodus" bei E.ON Kernkraft.[5][6]

Am 7. Juli 2016 veröffentlichte Wendland in der "FAZ" einen atomfreundlichen Artikel. Darin hob sie die ihrer Meinung nach gesteigerte Sicherheit und Rentabilität der neuen russischen AKW-Generation III+ hervor. Russische Ingenieure lieferten, so Wendland lobend, "Lösungen aus einer Hand" und errichteten Atomkraftwerke "mit stoischer Routine und hoher Professionalität". Sie führte die atomfreundliche Haltung verschiedener osteuropäischer Staaten an, die bedauerten, dass Deutschland seine führende Stellung in diesem Bereich abgegeben hat. In Osteuropa werde die Atomenergie als "zuverlässige, luftschadstoffarme Form der Stromproduktion" geschätzt. Dort werde kritisiert, das Deutschland "in harschem Ton Gefolgschaft" für seinen Atomausstieg fordere. Abschließend zitierte Wendland einen russischen Atomingenieur, der auf die Rückkehr Deutschlands zur Atomkraft hofft.[7]

Energiewende und "Strahlen-Ängste"

Im Mai 2016 forderte Wendland, die Energiewende in Deutschland zu hinterfragen. Die Historikerin, die selbst in diversen AKW gearbeitet hat, bezeichnete deutsche Atomkraftwerke als "Inseln der Sicherheit in einer fast unreguliert anmutenden Welt". Atomenergie sei nicht Geschichte und werde weiterhin genutzt werden.[8]

In einem Artikel in Nuklearia vom 27. Oktober 2016 bezeichnete Wendland die Energiewende als Ergebnis "defekter Entscheidungsprozesse". Die Entsorgung des Atommülls könne durch Reaktoren neuer Generationen und durch Endlagerung problemlos gelöst werden. Das Risiko Strahlung existiert für Frau Wendland nicht; sie behauptet, "dass deutsche und internationale Strahlenschutzpraktiken und auch die damit zusammenhängenden Strahlen-Ängste auf von der Zellbiologie längst widerlegten Hypothesen der 1950er Jahre beruhen".[9]

Diese Aussage ist so hanebüchen und verantwortungslos, dass sie Widerspruch erfordert. Längst ist wissenschaftlich belegt und von der WHO bestätigt, dass ionisierende Strahlung auch in niedrigen Dosen gesundheitsgefährlich ist.
Niedrigstrahlung

Weiteres

Diverse Artikel von Wendland erschienen in "Novo - Argumente für den Fortschritt", wie z. B. zu den belgischen AKW Tihange-2 und Doel-3, deren maroden Zustand sie verharmlost. Die deutsche Besorgnis über die dort entdeckten Tausenden von Rissen an Reaktordruckbehältern seien "geprägt von unsachlicher Hysterie und nationalistischen Untertönen".[10]

Ein Teil ihrer Artikel wurde auch auf dem Internetportal des → "Europäischen Instituts für Klima und Energie (EIKE)" veröffentlicht.[11]

(Letzte Änderung: 21.06.2017)

Einzelnachweise

  1. Herder-Institut: Dr. Anna Veronika Wendland abgerufen am 16. Juni 2017
  2. Herder-Institut: Atomogrady. Kernkraftwerksstädte zwischen Utopie und Katastrophe im östlichen Europa, 1965-2011 abgerufen am 16. Juni 2017
  3. Nuklearia: Vorstand abgerufen am 16. Juni 2017
  4. science.orf.at: Schöner Leben in Atomograd vom 22. April 2016
  5. KTG: Vortrag "Prompt überkritisch: deutsche Kernenergie-Diskurse im Katastrophenmodus" vom 9. Juni 2016
  6. KTG: An alle Mitglieder der KTG-Sektion NORD vom 25. April 2016
  7. FAZ.net: Atomenergie in Osteuropa - Nicht ohne mein Kernkraftwerk vom 7. Juli 2016
  8. Mainpost: Historikerin fordert Überdenken der Energiewende vom 8. Mai 2016
  9. Nuklearia: Neue Energie – Warum eine echte Energiewende Widerspruch braucht vom 27. Oktober 2016
  10. novo-argumente.com: Anna Veronika Wendland abgerufen am 18. Juni 2016
  11. EIKE: Suchergebnisse für anna veronika wendland abgerufen am 18. Juni 2017

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