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Wiesheu, Otto

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Die Lobbyisten > Wiesheu, Otto

Otto Wiesheu 2015.jpg

Otto Wiesheu

Otto Wiesheu wurde 1983 von Franz Josef Strauß zum Generalsekretär der CSU ernannt. 1993 bis 2005 war er bayerischer Wirtschaftsminister.[1] Wie sein Vorbild Strauß, einem der Wegbereiter der Atomkraft in Deutschland, war auch Wiesheu lange ein Befürworter der Atomenergie und stellte deren angebliche Vorteile mithilfe bekannter Phrasen der Atomlobby heraus.

Im Juni 2000 kritisierte Wiesheu im Deutschen Bundestag vehement den unter Rot-Grün durchgesetzten Atomausstieg. Hierbei handle es sich nicht um einen "Atomkonsens", vielmehr sei dieser der Energiewirtschaft aufgezwungen worden. Bayern lehne den Atomausstieg ab, weil mit erneuerbaren Energien keine Grundlastversorgung möglich sei. Stattdessen müssten Gas und Kohle verstärkt als Energiequellen eingesetzt werden, was die CO2-Emissionen erhöhe. Atomenergie müsse nun im Ausland eingekauft werden, Tausende von Arbeitsplätzen würden in Deutschland vernichtet.[2]

Im Juni 2005, kurz vor der Abwahl von Gerhard Schröder und der rot-grünen Koalition, führte Wiesheu das Lager der Befürworter der Atomkraft in der Union an und trat für unbegrenzte Laufzeiten von Atomkraftwerken ein.[3]

Die 2010 geplanten Laufzeitverlängerungen deutscher Atomkraftwerke unterstützte er. Wer "dauerhaft, preisgünstig und sauber" Energie erzeugen wolle, käme an der Atomkraft nicht vorbei. Er verstehe nicht, "warum die sichersten Atomkraftwerke der Welt abgeschaltet werden sollten." Außerdem müsse die Erkundung von Gorleben abgeschlossen werden.[4]

In einem Interview vom Mai 2011, zwei Monate nach der Fukushima-Katastrophe, warnte Wiesheu die CSU vor einem Ausstieg aus der Atomkraft, die dazu beigetragen habe, dass Bayern zum Industriestandort geworden sei. Der Atomausstieg können zum Import von Atomstrom aus dem Ausland führen.[5]

Noch im März 2013 kritisierte Otto Wiesheu, dessen Stimme als Leiter des Wirtschaftsbeirats der Union auch heute noch großes Gewicht hat, die Energiewende. Atomkraft sei "sicher, preiswert und umweltverträglich" und "CO2-frei". Unternehmen würden wegen hoher Energiekosten wegziehen, Deutschlands Status als Industriestandort, den die Atompolitik von Strauß gefördert habe, sei gefährdet.[6]

Möglicherweise hat Wiesheu seine Meinung mittlerweile geändert. In einem Positionspapier des Wirtschaftsbeirats der Union stellte er 2015 den Atomaussteig nicht mehr in Frage. Er hielt stattdessen – im Gegensatz zum bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer – den Bau zusätzlicher Stromleitungen von Norden nach Süden für unverzichtbar, um höhere Strompreise zu vermeiden. "Abgesehen von den Kosten der Gasleitungen wäre der Bau und Betrieb von Gaskraftwerken teurer als der Bau von Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitungen".[7]

→ Wikipedia: Otto Wiesheu

(Letzte Änderung: 08.01.2017)

Einzelnachweise

  1. stern.de: Ein Superminister geht zur Bahn vom 13. November 2005
  2. Deutscher Bundestag: 111. Sitzung (Plenarprotokoll 14/111, S. 10441ff.) vom 29. Juni 2000
  3. FAZ.net: Ausstieg aus dem Ausstieg vom 14. Juni 2005
  4. idowa.de: "Atomkraft wird noch lange eine Rolle spielen" vom 26. August 2010 [Seite nicht mehr verfügbar]
  5. Süddeutsche Zeitung: "Die Grünen sind nicht unser Maßstab" vom 5. Mai 2011
  6. OVB online: Wiesheu zerreißt Energiewende vom 9. März 2013 [gebührenpflichtig]
  7. Wirtschaftsbeirat Bayern: Positionspapier des Wirtschaftsbeirats Bayern zum Energiedialog Bayern vom Januar 2015

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