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Die Lobbyorganisationen > Wirtschaftsverband Kernbrennstoff-Kreislauf und Kerntechnik (WKK)

Lobbyorganisation für die Hersteller

Der 1976 in Frankfurt am Main gegründete Wirtschaftsverband Kernbrennstoff-Kreislauf und Kerntechnik (WKK) ist ein eingetragener Verein, der sich für die Interessen seiner Mitglieder einsetzt. Über 90 % der in Deutschland ansässigen Hersteller aus dem Bereich der Atomindustrie sowie der Ver- und Entsorgung von Atomkraftwerken sind Mitglieder der des Vereins.[1]

Der WKK weist sich in seinen Zielen als klassische Lobbyorganisation aus: Er strebt an erster Stelle die "Förderung der friedlichen Verwendung der Kernenergie, insbesondere im Hinblick auf den nuklearen Brennstoff-Kreislauf", an. Der Verband sieht sich als Sprachrohr und Interessensvertretung gegenüber Behörden und Organisationen und pflegt den Dialog mit Gesprächspartnern, darunter mit "Parlamentariern und Regierungsvertretern". Er betreibt Öffentlichkeitsarbeit, informiert seine Mitglieder über aktuelle Entwicklungen auf dem Gebiet der Atomindustrie und veranstaltet Schulungen und Podiumsdiskussionen.[2] Der WKK ist auch in der Linkliste der Deutschen Atomforums enthalten.[3]

Der Verband setzt sich aus neun Ausschüssen zusammen. Zum Vorstand gehören Vertreter wichtiger Unternehmen der Atomindustrie.[4]

Mitglieder

Auf der Homepage werden u.a. folgende Mitglieder genannt: AREVA Advanced Nuclear Fuels, AREVA GmbH, Babcock Noell, DBE, Eckert & Ziegler, GNS, NUKEM GmbH und Technologies, die E.ON-Tochter Safetec, Siemens, Urenco und Westinghouse Electric Germany.[5]

Das Entsorgungsunternehmen WAK GmbH, das seit 2009 Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe GmbH (KTE) genannt wird,[6] zahlte 2011 einen Mitgliedsbeitrag in Höhe von 37.180 Euro an den WKK, die Deutsche Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern für Abfallstoffe (DBE) den gleichen jährlichen Betrag in den Jahren 2012 bis 2014.[7]

Öffentlichkeitsarbeit

Am 31. Mai 2009 wies der WKK anlässlich einer Besetzung des Bergwerks Gorleben durch Atomkraftgegner deren Behauptung zurück, das Bergwerk sei ein "Schwarzbau" und erklärte: "Gorleben ist ein Erkundungsbergwerk und kein Endlager für radioaktive Abfälle."[8]

Auf einem Vortrag am 20. Juni 2009 versuchte der WKK in einer Evangelischen Akademie die Risiken des Uranabbaus, der Anreicherung, der Atomspaltung und des Atommülls als "Mythen" hinzustellen und die Atomkraft als CO2-freie Energiequelle zu propagieren. Die Atomkraft sei auch in Zukunft unverzichtbar, Deutschland solle dem Vorbild seiner Nachbarländer folgen, die die Atomkraft ausbauten.[9]

Am 16. September 2009 veranstaltete der WKK ein Strahlensymposium zu neuen Standards der IAEO und der EU.[10] Die atomkritischen Organisationen foodwatch und IPPNW wiesen darauf hin, dass auf diesem Symposium erklärt worden war: "Strahlenschutz ist keine demokratische Veranstaltung. (…) Der Geschäftsführer des Kerntechnik-Wirtschaftsverbandes betonte dort, dass unter dem Begriff eines "optimalen" Strahlenschutzes für die Bevölkerung nicht etwa eine Minimierung der Strahlenbelastungen zu verstehen sei, sondern stets auch wirtschaftliche Gesichtspunkte Berücksichtigung fänden."[11]

Am 24. November 2011 lud der WKK zu einem Vortrag seines Geschäftsführers bei der TU Chemnitz mit dem Titel ein: "Kerntechnik nach Fukushima. Branche ohne Zukunft?"[12]

Im September 2013 meldete der Verband in einem Schreiben an die EU-Kommission sein Interesse an, am Konsultationsverfahren mit dem Titel "Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten – Möglichkeiten zur Verbesserung des Zugangs zu Gerichten auf Ebene der Mitgliedstaaten" teilzunehmen. Der WKK möchte verhindern, dass einzelnen Bürgern die Möglichkeit einer Klage im Bereich Umweltschutz ermöglicht wird. "Es ist zuvörderst Aufgabe des Staates, die Beachtung dieser öffentlich-rechtlichen Schutzvorschriften durchzusetzen, und nicht die Aufgabe des einzelnen Bürgers."[13]

(Letzte Änderung: 11.02.2017)

Einzelnachweise

  1. Wirtschaftsverband Kernbrennstoff-Kreislauf und Kerntechnik e.V. (WKK) (Homepage) abgerufen am 26. Juni 2015
  2. WKK: Ziele und Aufgaben abgerufen am 26. Juni 2015
  3. kernenergie.de: Kernenergie-Links abgerufen am 26. Juni 2015
  4. WKK: Organisation abgerufen am 26. Juni 2015
  5. WKK: Mitglieder abgerufen am 26. Juni 2015
  6. EWN: Unternehmen abgerufen am 10. Februar 2016
  7. Deutscher Bundestag: Förderungen von Vereinigungen der Atomlobby vom 26. Februar 2014
  8. dekro.de: Pressemitteilung vom 31. Mai 2009
  9. akademie-hofgeismar.de: Klimaschutz durch Atomkraft? vom 20. Juni 2009
  10. GNS: WKK-Strahlenschutz-Symposium 2009 vom 7. Juli 2009
  11. foodwatch: Kalkulierter Strahlentod vom September 2011
  12. TU Chemnitz: Kerntechnik nach Fukushima. Branche ohne Zukunft? abgerufen am 26. Juni 2015
  13. Europäische Kommission: Konsultation "Zugang zu Gerichten in Umweltangelegenheiten – Möglichkeiten zur Verbesserung des Zugangs zu Gerichten auf Ebene der Mitgliedstaaten" vom 23. September 2013

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