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Endlager für Atommüll weltweit > Wohin mit dem Atommüll?

Sorgloser Umgang

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Gescheitertes Endlager: Die Asse

In vergangenen Jahrzehnten war man bei der Standortwahl für die Entsorgung von hochradioaktivem Atommüll so erfindungsreich wie sorglos.

Atommüll wurde in den 1940er Jahren im Meer versenkt oder in die Erde gepumpt. Im Deutschland der 1950er Jahre gab es Pläne, den Atommüll in Polargebieten einzuschmelzen: "Flugzeuge werfen die Abfälle wie Bomben über dem Südpol ab. Durch die frei werdende Wärme schmilzt das Eis, und der Atommüll gräbt sich von allein immer tiefer ein, bis er irgendwann mit abklingender Strahlung für die nächsten 30.000 Jahre gefahrlos stecken bleibt." In einer internationalen Konferenz im Monaco 1959 wurde vorgeschlagen, gasförmige Abfälle einfach in der Luft zu entsorgen und flüssige im Meer. Erst 1983 wurde diese Verklappung in den Meeren gestoppt. In den 1970er Jahren wurde geprüft, den Abfall ins Weltall zu schießen und an verschiedenen Standorten im Orbit zu entsorgen. "Doch die enormen Kosten, die Notwendigkeit fast täglicher Raketenstarts und die gravierenden Risiken durch Unfälle verweisen alle Weltraumausflüge ins Reich des Absurden."[1] In den 1980er Jahren wurde eine Lagerung in markanten, hochgesicherten Gebäuden an der Oberfläche diskutiert, aufgrund der Erosion und des ungeklärten Schutzes vor möglichen Angriffen eine umstrittene Idee.[2]

Ebenfalls in den 1980er Jahren gründeten die USA, nachdem sie sich für eine unterirdische Lagerung entschieden hatten, eine Expertengruppe. Diese sollte ein Warnsystem für 10.000 Jahre entwickeln, mit dem Ziel, Menschen der Zukunft mit anderen Sprachen vom strahlenden Atommüll fernzuhalten.[3]

Hunderttausende Tonnen hochradioaktiver Abfälle

Die Endlagerung von hochradioaktivem Atommüll wird unkalkulierbare Zusatzkosten verursachen, die sich für einige Jahrzehnte verschleiern lassen, irgendwann aber ans Tageslicht kommen.

Nur wenige Staaten haben sich bislang überhaupt ernsthaft mit dem Problem der Endlagerung hochradioaktiver Abfälle beschäftigt. Die meisten Staaten deponieren diese bislang in Zwischenlagern in der Nähe von Atomkraftwerken oder versenken ihn in Flüssen.[4]

Immer wieder wird behauptet, das Problem extrem langlebiger radioaktiver Isotope, wie z. B. von Plutonium-239, Jod-129 oder Neptunium-237, ließe sich durch technische Umwandlung lösen. Aber bei der Wiederaufarbeitung können nur weniger als 10 % des Mülls erneut genutzt werden, und nach der Nutzung fällt wieder neuer Atommüll an. Und eine Transmutation in kurzlebigere Isotope ist bislang nur im Labormaßstab gelungen.

Bis 2010 sind Schätzungen der IAEO zufolge 345.000 Tonnen hochradioaktiver Abfälle angefallen. Seit den 1970er Jahren planen die Atomstaaten, ihren Atommüll in Behältern 500 Meter unter der Erde für einen Zeitraum von 1 Million Jahren einzulagern. Ungeklärt ist, wie man Menschen von den Behältern fernhalten kann und ob die Abfälle rückholbar deponiert werden sollen.[5]

Derzeit werden Sicherheitsanalysen für die Endlagerung über lange Zeiträume einschließlich der zu erwartenden neuen Eiszeiten durchgeführt. Dabei sollen die Vor- und Nachteile weltweit möglicher Standorte für Endlager und möglicher Gesteine (Salz, Ton, Granit und vulkanisches Tuffgestein) untersucht werden.[6] EURATOM testet im Rahmen eines Forschungsprojekts Versiegelungs- und Verschlusssysteme für Granit, Tongestein und Salzgestein.[7]

Fernsehbeiträge

  • Die Reise zum sichersten Ort der Erde
    "Die Mär vom sicheren Endlager
    In seinem Dokfilm begibt sich der Basler Edgar Hagen auf die Suche nach dem Ort, an dem hochradioaktive Abfälle die erforderlichen eine Million Jahre gelagert werden können. Das Ergebnis ist erschreckend."[8]
Die Reise zum sichersten Ort der Erde. Kinotrailer01:49

Die Reise zum sichersten Ort der Erde. Kinotrailer

Trailer zum Kinofilm, hochgeladen auf YouTube am 3. Oktober 2013

  • AKW Rückbau - Zu welchem Preis?
    "Vor 40 Jahren hatten die Erbauer der Atomkraftwerke in ihrer Planung nicht vorgesehen, dass die Meiler, wenn sie eines Tages zu alt und zu gefährlich sein würden, abgerissen werden müssten. Vor diesem schwierigen Problem stehen nun viele Staaten, zum Beispiel die USA, Deutschland und vor allem Frankreich, das seinen Energiebedarf zum Großteil durch Kernenergie deckt. (...) Und bis heute gibt es keine wirklich sichere Lagerung für radioaktive Abfälle, die zum Teil über Hunderttausende Jahre eine Gefahr darstellen werden. (...) Bernard Nicolas deckt in seiner investigativen Untersuchung auf, dass die komplexen Techniken des AKW-Rückbaus und der Lagerung der Abfälle derzeit keineswegs vollständig beherrscht werden."[9]
AKW Rückbau - Zu welchem Preis?01:07:31

AKW Rückbau - Zu welchem Preis?

arte, Themenabend vom 21. Mai 2013

  • Weltweite Suche nach dem Endlager
    "300.000 Tonnen hochradioaktive Altlasten fallen weltweit jedes Jahr an, Tendenz steigend. (...) Hier in dieser russischen Anlage findet das eigentliche Recycling statt, wird der Brennstoff neu aufgearbeitet. (...) [Juri Subkow, Abt. für Sicherheit und Strahlenkontrolle Seversk:] "Rund 80% des Urans, eher sogar mehr, so genau weiß ich es nicht, bleiben hier."" Quelle: Video
Atommüll-Endlager Weltweit - Auslandsjournal ZDF 21.10.200907:12

Atommüll-Endlager Weltweit - Auslandsjournal ZDF 21.10.2009

ZDF, Auslandsjournal vom 21. Oktober 2009

Weitere Links


(Letzte Änderung: 30.04.2016)

Einzelnachweise

  1. Zeit Online: Atommüll - Weg! Weg!! Weg!!! vom 24. September 2012
  2. GEO: Atommüll: Wohin damit? - Kriterien für die Deponierung von 2012
  3. einestages.spiegel.de: Geheime Atomforschergruppe - Todeswarnungen für die Ewigkeit vom 4. November 2013
  4. taz.de: Atommüll weltweit - Ab nach Sibirien! vom 4. November 2010
  5. nzz.ch: Weg mit dem Atommüll – bloss wohin? vom 14. Oktober 2012
  6. Handelsblatt: Auf der Suche nach dem Anti-Atomstein vom 9. April 2013
  7. presseportal.ch: Nagra beteiligt sich an EU-Forschungsprojekt - Sicherer Verschluss eines Tiefenlagers vom 9. April 2013
  8. Basler Zeitung: Die Mär vom sicheren Endlager vom 28. Oktober 2013
  9. arte.tv AKW-Rückbau - Zu welchem Preis? vom 29. Juli 2013 (via WayBack)

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