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Die Lobbyorganisationen > Women in Nuclear (WiN)

Women in Nuclear (WiN) Global ist eine 1993 gegründete internationale Lobbyorganisation für Frauen, die in der Atomindustrie arbeiten. Sie hat ungefähr 4.000 Mitglieder in 91 Ländern und zielt darauf ab, weltweit den Nutzen der Atomkraft über Netzwerke zu kommunizieren.[1]

Bereits im Jahr 2000 war in Deutschland ein erster Versuch unternommen worden, Frauen die Atomkonzerne als vielversprechende Arbeitgeber nahezubringen. In der "Welt" wurden mehrere Mitarbeiterinnen deutscher Atomkraftwerken vorgestellt, verbunden mit dem Aufruf an die Leserinnen, es doch auch einmal in dieser Männerdomäne zu versuchen. Mit dabei: Uta Naumann, Angestellte bei Vattenfall und späteres Mitglieder der deutschen "Women in Nuclear".[2]

Der Verein Women in Nuclear Germany (WiN Germany) wurde am 1. Oktober 2008 gegründet[3] und setzt sich bis heute trotz des Atomausstiegs weiterhin für die Nutzung der Atomkraft ein. Dabei wendet sich WiN speziell an die Zielgruppe Frauen, denen das Thema "mit einer "typisch weiblichen" Kommunikation" nahegebracht werden soll.[4] WiN Germany ist laut der Satzung ein eingetragener Verein, der "ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts "Steuerbegünstigte Zwecke" der Abgabenordnung" verfolgt.[5] Auf seiner Homepage verlinkt WiN auf die Homepages des Deutschen Atomforums und der Kerntechnischen Gesellschaft, den zwei wichtigsten deutschen Atomlobbyorganisationen.

Die Gründung von WiN Germany ist nicht zufällig im Jahre 2008 erfolgt. Sie gehörte zur Strategie der deutschen Atomlobby, im Vorfeld der deutschen Bundestagswahl 2009 die Akzeptanz der Atomenergie insbesondere bei Frauen zu erhöhen. Darauf wies auch die "taz" mit ihrem Artikel "Störfall Frau" vom 9. März 2009 hin: "Frauen sind in Deutschland eher Atomkraftgegner als Männer. Das hat jetzt auch die Industrie erkannt: Die emotionale Intelligenz soll den Weg zur Atom-Akzeptanz ebnen."[6]

Die atomkraftfreundliche Zeitung "Die Welt" veröffentlichte am 21. Juni 2009 einen Artikel über WiN und sein Mitglied Uta Naumann, der Teilbereichsleiterin Managementsysteme bei Vattenfall und Mitarbeiterin am AKW Krümmel. Lobend wird darin hervorgehoben, wie die Atomlobbyistin nach dem Störfall in Krümmel 2007 ihre Umgebung von der Harmlosigkeit desselben zu überzeugen suchte und mit Erleichterung vernahm, dass die KiKK-Studie von 2007 zum Kinderkrebs in der Umgebung von AKW nach Ansicht der Strahlenschutzkommission systematische Fehler aufweise.[7] Wir dürfen mit hoher Wahrscheinlichkeit annehmen, dass auch dieser Artikel vom Deutschen Atomforum lanciert wurde und Teil der damaligen Imagekampagne war.

→ AtomkraftwerkePlag: Einflussnahme und Kampagnen der Atomlobby/Zielgruppe Frauen

In ähnlicher Weise wurden in einem Magazin von RWE im Dezember 2010 drei Mitarbeiterinnen des AKW Biblis, ebenfalls Mitglieder von WiN, vorgestellt[8], und, nach längerer Sendepause, im Mai 2013 WiN in der "Neuen Osnabrücker Zeitung".[9]

(Letzte Änderung: 03.10.2015)

Einzelnachweise

  1. WiN Global: Homepage vom 3. Juni 2013 via WayBack
  2. Die Welt: Auch im Kernkraftwerk zeigen Frauen ihre Stärke vom 16. September 2000
  3. WiN Germany: Gründung von Women in Nuclear abgerufen am 26. Juni 2013
  4. WiN Germany: Was ist WiN? abgerufen am 25. Juni 2013
  5. WiN Germany: Satzung von WiN Germany abgerufen am 25. Juni 2013
  6. taz.de: Werbung für Atomkraft - Störfall Frau vom 9. März 2009
  7. Die Welt: Die Frau, die Krümmel ans Netz brachte vom 21. Juni 2009
  8. RWE: Die Zeitschrift mit News und Infos aus dem Kernkraftwerk Biblis Ausgabe: Dezember 2010 | Nr. 114, S. 3
  9. NOZ: Frauen in Lingen wollen den Nutzen der Kernenergie kommunizieren vom 8. Mai 2013

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