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Atommüll - Zwischen- und Endlagerung > Zwischenlager an Atomkraftwerken

Verpflichtung der AKW-Betreiber

Seit 2002 sind die Betreiber von Atomkraftwerken laut Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE) verpflichtet, an den AKW-Standorten dezentrale Zwischenlager für abgebrannte Brennelemente einzurichten.

Seit dem 30. Juni 2005 ist es untersagt, abgebrannte Brennelemente an die Wiederaufarbeitungsanlagen in Frankreich und Großbritannien abzugeben.

Deshalb sind in den Jahren 2006/2007 zwölf zusätzliche Zwischenlager an AKW-Standorten in Betrieb gegangen.[1]

Bis 2015 mussten außerdem fünf Castoren aus La Hague nach Deutschland zurückgenommen werden, es folgen 21 nach 2015 und 150 ab 2024. Nach dem Stopp der Transporte nach Gorleben werden diese Castoren auf Zwischenlager verteilt werden.[2]

Am 19. Juni 2015 veröffentlichte Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks ein Konzept, in dem eine Rückführung und Lagerung von 26 Castoren an vier Standortzwischenlagern geplant ist: Philippsburg, Brokdorf, Biblis und Isar.[3]

 
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Datenbasis BfE mit Stand: Januar 2017, September 2016, Dezember 2012
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◇ genehmigte Behälterstellplätze
◆ belegte Behälterstellplätze

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Da ein Endlager nicht zur Verfügung steht, wird von einem langen Betrieb der Zwischenlager ausgegangen. Die Zwischenlager müssen mit einer hohen Schutzmauer ausgerüstet werden, die gegen Terrorangriffe oder andere Störmaßnahmen schützen soll.[4]

Wie sich am Beispiel des AKW Brunsbüttel (Schleswig-Holstein) herausstellte, sind mittlerweile viele Behälter mit Atommüll verrostet und müssten geborgen werden. Die Anzahl korrosionsbedrohter Behälter in deutschen Atomkraftwerken wird auf 20.000 geschätzt.[5] Dies bestätigte auch Michael Sailer, Leiter der Entsorgungskommission (ESK).[6]

Nach Informationen der Bundesregierung ist es bei Zwischenlagern an Atomkraftwerken von 1979 bis 2014 zu diversen meldepflichtigen Ereignissen gekommen, wie z. B. zu Leckagen, Undichtigkeiten und Bränden.[7]

Nachdem der deutsche Staat Ende 2016 die Verantwortung für die Zwischen- und Endlagerung von den vier großen Atomkonzernen übernommen hat, wurde am 1. März 2017 die neue Gesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) gegründet.[8] Am 1. August 2017 übernahm der Bund die Gesellschaft für Zwischenlagerung zu 100 % in seinen Besitz. Die BGZ ist seit diesem Datum für die zentralen Zwischenlager in Gorleben und Ahaus verantwortlich. Ab 2019 wird die BGZ für die 12 Zwischenlager an den deutschen Atomkraftwerken und ab 2020 für die zwölf Lager mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus dem Betrieb und Rückbau der Atomkraftwerke zuständig sein.[9]

Betroffene Standorte

Standort Bundesland Atommüll Status
Biblis Hessen abgebrannte Brennelemente *
Brokdorf Schleswig-Holstein abgebrannte Brennelemente *
Brunsbüttel Schleswig-Holstein abgebrannte Brennelemente *
Grafenrheinfeld Bayern abgebrannte Brennelemente *
Grohnde Niedersachsen abgebrannte Brennelemente *
Jülich Nordrhein-Westfalen abgebrannte AVR-Brennelemente im AVR-Behälterlager Landesregierung, BfS, ursprünglich genehmigt bis zum 30. Juni 2013
Greifswald (Lubmin) Mecklenburg-Vorpommern alle Arten radioaktiver Abfälle BfS
Gundremmingen Bayern abgebrannte Brennelemente *
Hamm-Uentrop Nordrhein-Westfalen Sicherer Einschluss Landesregierung
Isar / Niederaichbach Bayern abgebrannte Brennelemente *
Krümmel Schleswig-Holstein abgebrannte Brennelemente *
Emsland / Lingen Niedersachsen abgebrannte Brennelemente / Sicherer Einschluss BfS RWE
Mülheim-Kärlich Rheinland-Pfalz radioaktive Abfälle aus dem Betrieb
Neckarwestheim Baden-Württemberg abgebrannte Brennelemente *
Obrigheim Baden-Württemberg abgebrannte Brennelemente * Behälterstellplätze beantragt
Philippsburg Baden-Württemberg abgebrannte Brennelemente *
Rheinsberg Brandenburg radioaktive Stilllegungsabfälle
Stade Niedersachsen radioaktive Stilllegungsabfälle Landesregierung
Unterweser Niedersachsen abgebrannte Brennelemente *
Würgassen Nordrhein-Westfalen radioaktive Stilllegungsabfälle Landesregierung

* BfS: Dezentrale Zwischenlager abgerufen am 12. Oktober 2015

Baden-Württemberg

Neckarwestheim

Das Standort-Zwischenlager Neckarwestheim wurde am 6. Dezember 2006 in Betrieb genommen und verfügt über 151 genehmigte Stellplätze.[1] Es besteht aus zwei unterirdischen Tunnelröhren[10] und besitzt laut Genehmigung eine Kapazität von 3.264 m³.[11]

Im Juli 2013 wurde bekannt, dass EnBW den Bau eines zweiten Zwischenlagers am Standort Neckarwestheim für die Lagerung von schwach- und mittelradioaktivem Atommüll plant.[12]

Ende Juni 2017 wurden vom Zwischenlager Obrigheim, das aufgelöst werden soll, Brennelemente in drei Castoren auf dem Neckar zum Zwischenlager Neckarwestheim transportiert. Vier weitere vier Transporte mit zwölf Castoren sollen folgen.[13]

Obrigheim

Für den Standort Obrigheim war im April 2005 ein Zwischenlager mit 15 Behälterstellplätzen beim Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) beantragt worden.[1]

Die 342 abgebrannten Brennelemente aus dem stillgelegten AKW wurden in einem separaten Gebäude in Wasser zwischengelagert und in Castoren auf dem Neckar in das Zwischenlager in Neckarwestheim überführt.[14]

Die Initiative "Atomerbe Obrigheim" kritisiert, dass die Vorgaben der Strahlenschutzverordnung in Obrigheim nicht eingehalten und dass lediglich eine "Freimessung light" durchgeführt würden, um Atommüll als normalen Müll einstufen zu können. Dieser enthalte immer noch zu viele radioaktive Stoffe.[15]

Philippsburg

Das Standort-Zwischenlager Philippsburg wurde am 19. März 2007 in Betrieb genommen und verfügt über 152 genehmigte Stellplätze.[1] Es besitzt laut Genehmigung eine Kapazität von 3.775 m³.[11] Es soll einer Studie des Diplom-Physikers Wolfgang Neumann im Auftrag von Greenpeace zufolge wesentlich sicherer sein als das Zwischenlager in Gorleben.[16]

Seit der Inbetriebnahme des Zwischenlagers befürchten die Anwohner, dass aus dem Zwischenlager Radioaktivität freigesetzt und dieses zu einem Endlager werden könnte.[17] Im September 2014 wurde das Zwischenlager auch als möglicher Standort für Castor-Behälter mit Atommüll genannt, die ab 2016 aus den Wiederaufarbeitungsanlagen La Hague und Sellafield zurückgenommen werden müssen.[18]

Bayern

KKW gundremmingen 2

AKW Gundremmingen mit Atommüll-Zwischenlager (weiße Halle im Vordergrund)

In Bayern gibt es drei Zwischenlager bei den Atomkraftwerken Grafenrheinfeld, Isar und Gundremmingen. 2008 wurde beim Bundesverfassungsgericht eine Klage gegen diese drei Standorte eingereicht; wegen der Zwischenlager sei die Bevölkerung einem erhöhten Risiko durch Terroranschläge ausgesetzt, außerdem fehle ein Endlagerkonzept. Das Bundesverfassungsgericht wies die Klage ab: "Atomare Zwischenlager in der Nähe deutscher Kernkraftwerke verstoßen nicht gegen die verfassungsrechtliche Schutzpflicht des Staates für seine Bürger."[19] Vom BUND wird die Bauweise aller bayerischen Zwischenlager kritisiert: deren Wandstärken reichten für Risiken wie Flugzeugabstürze nicht aus.[20]

Grafenrheinfeld

Das Standort-Zwischenlager Grafenrheinfeld wurde am 27. Februar 2006 in Betrieb genommen und verfügt über 88 genehmigte Stellplätze.[1] Es besitzt laut Genehmigung eine Kapazität von 200 m³ für Rohabfälle und 200 m³ für konditionierte Abfälle.[11]

Im März 2013 genehmigte die Gemeinde Grafenrheinfeld einen Antrag von E.ON, eine zehn Meter hohe Schutzmauer um das Zwischenlager zu bauen, die vor terroristische Angriffe schützen soll.[21]

Gundremmingen

Das Standort-Zwischenlager in Gundremmingen ist das größte in Deutschland.[22] Es wurde am 25. August 2006 in Betrieb genommen und verfügt über 192 genehmigte Stellplätze.[1] Das Zwischenlager besitzt laut Genehmigung eine Kapazität von 1.305 m³ für flüssige Abfälle und 300 m³ für konditionierte Abfälle. Das betriebliche Pufferlager hat laut Genehmigung eine Kapazität von 318 m³ für flüssige Abfälle und 1.678 m³ für konditionierte Abfälle.[11]

Im März 2013 wurde mitgeteilt, dass um das Zwischenlager Gundremmingen eine "210 Meter lange, zehn Meter hohe und 85 Zentimeter dicke Wand" gebaut werden soll.[23] Der im April 2014 begonnene Bau sollte 2015 abgeschlossen werden.[24]

Isar

KKI Zwischenlager

Zwischenlager am AKW Isar

Das Standort-Zwischenlager Isar wurde am 12. März 2007 in Betrieb genommen und verfügt über 152 genehmigte Stellplätze.[1] Es besteht aus zwei Lagerbereichen: Lagerbereich 1 verfügt über 72, Lagerbereich 2 über 80 Stellplätze.[25] Es besitzt laut Genehmigung eine Kapazität von 4.000 m³ bei Isar 1 und 160 m³ bei Isar 2.[11]

Im Januar 2012 wurde der Bau einer zehn Meter hohen Schutzmauer für das Zwischenlager angekündigt, die gegen Terrorangriffe oder andere Störmaßnahmen schützen soll.[4]

Brandenburg

Rheinsberg

Am AKW Rheinsberg befindet sich laut Bundesumweltministerium ein betriebliches Pufferlager, für das jedoch keine Kapazität angegeben wird.[11]

Hessen

Biblis

Hessen hat ein Zwischenlager beim Atomkraftwerk Biblis eingerichtet, das am 18. Mai 2006 in Betrieb genommen wurde und über 135 genehmigte Stellplätze verfügt.[1] Es besitzt laut Genehmigung eine Kapazität für 7.500 Gebinde.[11]

Für die Lagerung des Atommülls, der beim Rückbau des AKW Biblis anfällt, plant RWE die Errichtung eines zweiten Zwischenlagers vor Ort, da kein Endlager zur Verfügung steht. "RWE hatte das neue Zwischenlager im Januar 2013 beantragt, mit einer Genehmigung rechnet der Konzern nicht vor nächstem Jahr."[26]

  • Biblis wird Zwischenlager
    "Im Ausland wiederaufbereiteter Atommüll soll auch nach Biblis gebracht werden. Laut Bundesumweltministerium sind in Deutschland drei weitere Zwischenlager vorgesehen."[27]
Biblis wird Zwischenlager04:52

Biblis wird Zwischenlager

hr, hessenschau vom 19. Juni 2015

Mecklenburg-Vorpommern

Greifswald (Lubmin)

Zwischenlager Nord 2011

Das Zwischenlager Nord, aufgenommen vom Dach des Maschinenhauses des Kernkraftwerks Greifswald


Das Zwischenlager Nord (ZLN) liegt am Betriebsgelände des im Rückbau befindlichen Atomkraftwerks Greifswald (Lubmin) in der Gemeinde Rubenow (Mecklenburg-Vorpommern) und ist eines der zentralen Zwischenlager Deutschlands. Es wurde von 1994 bis 1997 errichtet und am 5. November 1999 in Betrieb genommen.[28] Im Lagerbereich befinden sich ein Transportbehälterlager und ein Abfalllager.[29] Das Zwischenlager besitzt laut Genehmigung eine Kapazität von 165.000 m³.[11]

Weitere Informationen unter → Zwischenlager Nord

Niedersachsen

Emsland/Lingen

Das Standort-Zwischenlager Lingen wurde am 10. Dezember 2002 in Betrieb genommen und verfügt über 125 genehmigte Stellplätze.[1] Es besitzt laut Genehmigung eine Kapazität von 185 m³. Das betriebliche Pufferlager am AKW Lingen besitzt laut Genehmigung eine Kapazität von 170 m³.[11]

2013 hatte der für den Rückbau des AKW Lingen Beauftragte angekündigt, dass kein Zwischenlager für den beim Abriss anfallenden Atommüll vorgesehen sei. Niedersachsens Umweltminister Stefan Wenzel drängte 2014 jedoch auf den Bau eines Zwischenlagers, damit der Rückbau schnellstmöglich eingeleitet werden könne. "Sein Ministerium werde nicht akzeptieren, "dass Betreiber den Rückbau aufschieben, um Kosten zu sparen"."[30]

Grohnde

Das Standort-Zwischenlager Lingen wurde am 27. April 2006 in Betrieb genommen und verfügt über 100 genehmigte Stellplätze.[1] Es besitzt laut Genehmigung eine Kapazität von 280 m³.[11] 2011 berichtete der "Deutschlandfunk" über die den Transport von 19 Brennelementen vom Abklingbecken in das AKW-eigene Zwischenlager. Es wird mit einer Einlagerung für die Dauer von 40 Jahren gerechnet. Es gibt im Zwischenlager 100 Stellenplätze, von den zu diesem Zeitpunkt 13 belegt waren.[31]

Stade

Das Zwischenlager von Stade wurde 2007 eingerichtet und besitzt eine Betriebsgenehmigung bis 2047. 2011 wurden dort 180 Stahlcontainer und 413 Mosaikbehälter deponiert. Das Lager kann 3000 Tonnen schwach- und mittelradioaktiven Atommüll aufnehmen. Da das Zwischenlager dauerhaft überwacht werde muss, entstehen dem Betreiber hohe Kosten, und er möchte den Atommüll baldmöglichst loswerden.[32]

Die betrieblichen Pufferlager in Stade besitzen laut Genehmigung Kapazitäten von 100 m³ und 4.000 m³.[11]

Unterweser

Das Standort-Zwischenlager Unterweser wurde am 18. Juni 2007 in Betrieb genommen und verfügt über 80 genehmigte Stellplätze.[1] Es besitzt 750 Quadratmeter nutzbare Lagerfläche[33] und laut Genehmigung eine Kapazität von 350 m³.[11]

Im September 2014 verbot die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) den Einsatz von insgesamt 44 Atommüllbehältern, weil die für den Transport wichtigen Tragzapfen nicht ausreichend geprüft worden waren. Bei vierzig noch leeren Behältern können die Zapfen ohne Probleme ausgetauscht werden. Im Zwischenlager Unterweser befinden sich jedoch vier Behälter, die bereits mit hochradioaktivem Atommüll beladen sind. Bei diesen findet der "Austausch nach jetziger Planung erst statt, wenn sie das nächste Mal transportiert werden sollen." Die Anti-AKW-Organisation ".ausgestrahlt" kritisierte, dass "simpelste Qualitätsvorschriften nicht eingehalten werden".[34]

Nordrhein-Westfalen

Hamm-Uentrop

Der Standort in Hamm-Uentrop ist als Zwischenlager anzusehen. Das stillgelegte Atomkraftwerk mit dem Hochtemperaturreaktor befindet sich wegen der hohen Verstrahlung seit 1988 im sicheren Einschluss. "Alle kontaminierten Gebäudeteile des Atomkraftwerkes sind ummantelt von einem zylinderförmigen Behälter mit Unterdruck. Außenrum fünf Meter dicker Spannbeton. Rundherum verläuft in 21 Metern Höhe die begehbare Bühne."[35] Der Brennstoff, 675.000 Brennelementkugeln, wurden bereits aus dem Kern entfernt, in spezielle Castor-Behälter gefüllt und in Ahaus gelagert.[36] Das betriebliche Pufferlager besitzt laut Genehmigung eine Kapazität von 1.160 m³.[11]

Jülich

Das Standort-Zwischenlager Jülich in NRW hatte 1993 eine Genehmigung für 20 Jahre erhalten. Diese lief vorübergehend aus, da das Zwischenlager nicht mehr dem heutigen Stand von Wissenschaft von Technik entsprach und den Stresstest nicht bestanden hatte.[37] Am 28. Juni 2013 gab das Wirtschaftsministerium von NRW jedoch bekannt, dass für weitere sechs Monate Atommüll in Jülich gelagert werden darf.[38] Das betriebliche Pufferlager besitzt laut Genehmigung eine Kapazität von 235 m³.[11]

Die hochradioaktiven Brennelemente des Forschungsreaktors AVR Jülich in 152 Castor-Behältern, die im Zwischenlager aufbewahrt werden, sollen aufgrund von Protesten nach Ablauf der Genehmigung nicht ins Zwischenlager Ahaus, sondern in ihr Herkunftsland, die USA, überführt werden.[39] Antiatomkraftinitiativen fordern hingegen den Bau eines neuen Zwischenlagers in Jülich als sichere und kostengünstigere Alternative.[40]

Der Reaktorbehälter des AVR Jülich soll am Stück in ein Zwischenlager auf dem Gelände des Forschungszentrums Jülich gebracht werden und dort Jahrzehnte abklingen.[41]

Würgassen

Würgassen gilt seit 1. Oktober 2014 organisatorisch nicht mehr als Atomkraftwerk, sondern als Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktiven Abfall. Die restlichen Gebäude können erst abgerissen werden, wenn Schacht Konrad zur Verfügung steht und der Atommüll dorthin überführt worden ist.[42] Das betriebliche Pufferlager besitzt laut Genehmigung eine Kapazität von 4.600 m³.[11]

Rheinland-Pfalz

Mülheim-Kärlich

Das betriebliche Pufferlager am AKW Mülheim-Kärlich besitzt laut Genehmigung eine Kapazität von 43 m³.[11]

Schleswig-Holstein

Brokdorf

Das Standort-Zwischenlager Brokdorf wurde am 5. März 2007 in Betrieb genommen und verfügt über 100 genehmigte Stellplätze.[1] Nach Informationen des Betreibers E.ON ist es ausschließlich für Brennelemente vorgesehen, die am Standort anfallen.[43] Es hat laut Genehmigung eine Kapazität von 560 m³.[11]

Brunsbüttel

Das Standort-Zwischenlager Brunsbüttel wurde am 5. Februar 2006 in Betrieb genommen und verfügt über 80 genehmigte Stellplätze.[1] Es besitzt laut Genehmigung eine Kapazität von 3.225/4.150 m³.[11]

Im November 2012 wurden die Brennelemente des AKW Brunsbüttel aus dem Abklingbecken in das Standort-Zwischenlager gebracht. Die Brennelemente aus dem Reaktor sollten bis 2015 ins Zwischenlager transportiert werden.[44] Im Juni 2013 entschied das Oberverwaltungsgericht Schleswig, dass im Zwischenlager Brunsbüttel kein Atommüll mehr gelagert werden darf. Damit wurde die Genehmigung des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS) widerrufen und der Klage eines Anwohners stattgegeben, der das Schutzkonzept für Gefahren, wie z. B. Flugzeugabstürze, für nicht ausreichend ansah.[45] In seinem Internetauftritt wies das BfS darauf hin, dass es "das zum Genehmigungszeitpunkt geltende Regelwerk angewandt" habe, für dessen Inhalt aber nicht zuständig sei.[46]

Seit 16. Januar 2015 hat das Atommülllager in Brunsbüttel nach einem Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts zufolge keine Betriebserlaubnis mehr. Der Grund: Bestimmte Papiere, darunter Unterlagen zum Schutz vor Terrorangriffen, konnten die Behörden dem Gericht nicht vorlegen.[47]

Am 16. November 2015 hat Vattenfall eine neue Genehmigung für das Zwischenlager beim Bundesamt für Strahlenschutz beantragt. Die gelagerten Castoren werden geduldet, bis eine Lösung gefunden worden ist.[48]

Vattenfall lagert darüber hinaus seit den 1970er Jahren auf dem Gelände des AKW Brunsbüttel in sechs unterirdischen Betonkavernen 670 Fässer mit Atommüll, die man sich selbst überlassen hatte. Seit im Dezember 2011 Nachforschungen gestartet wurde, findet man mehr und mehr stark beschädigte Fässer, deren Inhalt zum Teil offen liegt. → Brunsbüttel: Verrostete Fässer in verstrahlten Kavernen

  • Angriffsziel Atomkraftwerk
    Das Oberverwaltungsgericht Schleswig hat "die Genehmigung für das Brennelement-Zwischenlager Brunsbüttel für rechtswidrig erklärt. Das Lager gewähre keinen ausreichenden Schutz gegen Terrorangriffe. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig, aber die Analyse der Richter könnte weitreichende Folgen haben (...)"[49]

    → Landesregierung Schleswig-Holstein: OVG Schleswig hebt die Genehmigung für das Zwischenlager Brunsbüttel auf vom 20. Juni 2013 (via WayBack)
ZDF Frontal21 11.0344:30

ZDF Frontal21 11.03.2014

Min. 33:00 - 41:40


Krümmel

Das Standort-Zwischenlager Krümmel wurde am 14. November 2006 in Betrieb genommen und verfügt über 80 genehmigte Stellplätze.[1] Es besitzt laut Genehmigung eine Kapazität von 1.340 m³.[11]

In Geesthacht werden große Mengen von Atommüll aus ganz Norddeutschland aufbewahrt. Im AKW-eigenen Zwischenlager befinden sich 19 Castoren mit jeweils 52 Brennelementen; weitere 1.200 Brennelemente müssen noch deponiert werden. In den Katakomben des AKW wird in 1.180 Behältern weiterer Atommüll gelagert. Dazu kommen 163 Behälter mit fast 50 Kubikmetern Volumen in der Sammelstelle auf dem Gelände des Helmholtz-Forschungszentrums (HZG). "Das es nicht immer einwandfrei war, was in das Lager (...) angeliefert wurde, zeigte sich im Jahr 2000. Damals wurde beim Umpacken komplett gefüllt angelieferter Fässern aus den Jahren 1965 bis 1980 festgestellt, dass Gebinde nicht ordnungsgemäß deklariert waren."[50] Weil in Krümmel kein Platz mehr ist, sollten, so eine Meldung vom Dezember 2013, 15 Container mit Atommüll in die Transportbereitstellungshalle des AKW Brunsbüttel transportiert werden.[51]

Weitere Links

→ Zeit Online: Mein Nachbar, der Atommüll vom 11. Juni 2014
→ BR: Atommüll in Deutschland (Infografik) vom 4. März 2014 (via WayBack)
→ kernenergie.de: Zwischenlagerung von radioaktiven Abfällen in Deutschland (Deutsches Atomforum (DAtF)) vom Dezember 2013 (via WayBack)
→ BfS: Dezentrale Zwischenlager - Bausteine zur Entsorgung radioaktiver Abfälle aus 2008 (via WayBack)


(Letzte Änderung: 11.11.2017)

Einzelnachweise

  1. 1,00 1,01 1,02 1,03 1,04 1,05 1,06 1,07 1,08 1,09 1,10 1,11 1,12 1,13 BfE: Dezentrale Zwischenlager - Standorte und Belegung mit Übersichtsgrafik und -tabelle, Stand 16. Januar 2017
  2. BR: Atommüll nach Bayern? Mit bestem Dank zurück vom 25. März 2013 (via WayBack)
  3. BMUB: Rückführung der Wiederaufbereitungsabfälle vom 19. Juni 2015
  4. 4,0 4,1 Spiegel Online: Terrorschutz: Atommüll-Zwischenlager werden stärker gesichert vom 19. Oktober 2014
  5. hna.de: Mehr Rost als Fass - 20.000 korrosionsbedrohte Atommülltonnen in allen AKW vom 23. Februar 2014
  6. Spiegel Online: Rostige Atommüllfässer: "Das passiert in jedem Zwischenlager" vom 24. Februar 2014
  7. Deutscher Bundestag: Bestand an radioaktiven Abfällen und Herausforderungen bei der Lagerung (Drucksache 18/3053) vom 5. November 2014
  8. bmub.bund.de: Hendricks: "Bundesregierung treibt die Neustrukturierung im Atombereich voran" vom 8. Mai 2017
  9. BMUB: Bund übernimmt atomare Zwischenlager vom 1.August 2017
  10. EnBW AG: Kernkraftwerk Neckarwestheim Standortzwischenlager abgerufen am 15. August 2013
  11. 11,00 11,01 11,02 11,03 11,04 11,05 11,06 11,07 11,08 11,09 11,10 11,11 11,12 11,13 11,14 11,15 11,16 11,17 11,18 bmub.bund.de: Zwischenlager für radioaktive Abfälle mit vernachlässigbarer Wärmeentwicklung (Tabelle, Stand 27. September 2017) abgerufen am 4. November 2017
  12. Stuttgarter Zeitung: Atomkraftwerk Neckarwestheim - Neues Zwischenlager geplant vom 24. Juli 2013
  13. Südwest Presse: Obrigheim Transport auf dem Neckar: Vier Castor-Touren folgen vom 29. Juni 2017
  14. OVB Online: Der Rückbau eines Kernkraftwerkes vom 5. April 2014
  15. Rhein-Neckar-Zeitung: Obrigheim: Abbaumaterial soll erstmal im KWO bleiben vom 11. August 2014
  16. Greenpeace: Zwischenlager in Philippsburg sicherer als Gorleben vom 18. Oktober 2011
  17. merkur-online.de: Anwohner in Angst: Atommüll in Philippsburg vom 18. November 2010
  18. Badische Zeitung: Philippsburg wird möglicher Lagerstandort für Atommüll vom 12. September 2014
  19. merkur.online.de: Zwischenlager für Atommüll verfassungsgemäß vom 27. November 2008
  20. Abendzeitung München: Atom-Müll: Wo Bayern strahlt vom 20. Oktober 2013
  21. br.de: Atommüllzwischenlager erhält hohe Abwehrmauern vom 26. November 2013 (via WayBack)
  22. Zeit Online: Mein Nachbar, der Atommüll vom 11. Juni 2014
  23. Augsburger Allgemeine: AKW: Baustraße für Schutzmauer wird gebaut vom 15. März 2013
  24. Augsburger Allgemeine: Kernkraftwerk: Die erste Mauer am Zwischenlager steht schon vom 25. September 2014
  25. E.ON: Isar – Informationen zum Kernkraftwerk abgerufen am 13. November 2014
  26. FR Online: Countdown für Biblis vom 27. Februar 2013
  27. hr online.de Zwischenlager - Atommüll-Castoren sollen nach Biblis vom 19. Juni 2015 [Seite nicht mehr verfügbar]
  28. BfE: Zwischenlager Nord bei Lubmin (Gemeinde Rubenow) abgerufen am 5. November 2017
  29. EWN: Ein Gebäude - Zwei Lager abgerufen am 12. Oktober 2015 (via WayBack)
  30. NOZ:Wenzel drängt auf Zwischenlager Atommüll durch AKW-Abriss: Wohin mit Strahlenabfall? vom 9. Juli 2014
  31. Deutschlandfunk: 200 Meter im Castor: Das Akw Grohnde in Niedersachsen vom 26. Juli 2011
  32. Hamburger Abendblatt: Hier strahlt Stades Vergangenheit vom 1. März 2011
  33. E.ON: Unterweser - Informationen zum Kernkraftwerk abgerufen am 15. November 2014
  34. NDR:Sicherheitscheck fehlt: Castoren zurückgerufen vom 5. September 2014
  35. Deutschlandfunk: Teure Atomruine vom 11. März 2013
  36. ptka.kit.edu: Stilllegung und Rückbau kerntechnischer Anlagen - Erfahrungen und Perspektiven vom November 2009
  37. Kölnische Rundschau: Atommüll-Zwischenlager Jülich bei Stresstest durchgefallen vom 25. März 2013
  38. RuhrNachrichten: Brennelemente dürfen vorerst in Jülich bleiben vom 28. Juni 2013
  39. FAZ.net: Früherer Forschungsreaktor - Atommüll aus Jülich soll nach Amerika vom 2. Februar 2013
  40. Aachener Zeitung: Atommüll-Zwischenlager: Vorwürfe gegen Forschungszentrum Jülich vom 9. September 2013
  41. Aachener Nachrichten: Jülich: Rückbau des Reaktors ist teurer und dauert länger vom 15. September 2012
  42. HNA Online: Kernkraftwerk Würgassen wird als Zwischenlager genutzt vom 15. Oktober 2014
  43. E.ON: Brokdorf Informationen zum Kernkraftwerk abgerufen am 19. Oktober 2014
  44. shz.de: Brunsbüttel Kernkraftwerk wird ab 2015 abgerissen vom 23. November 2012
  45. Spiegel Online: Atommüll-Kompromiss in Gefahr: Brunsbüttel verliert Genehmigung als Zwischenlager vom 19. Juni 2013
  46. BfS: Aktuelle Information zum Zwischenlager Brunsbüttel abgerufen am 11. Oktobber 2015 (via WayBack)
  47. Handelsblatt: Atommüll-Lager verliert Genehmigung vom 16. Januar 2015
  48. NDR: AKW Brunsbüttel: Genehmigung für Lager beantragt vom 16. November 2015
  49. zdf.de Angriffsziel Atomkraftwerk vom 11. März 2014 (via WayBack)
  50. LN Online:Immer mehr Atommüll aus dem Norden lagert in Krümmel vom 5. Dezember 2013
  51. SHZ: Atommüll rollt von Krümmel nach Brunsbüttel vom 4. Dezember 2013

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